Mobilitätsjahr: eine Gefahr für Bedürftige und Obdachlose? [DE]

Zwei Tage nach dem offiziellen Beginn des Europäischen Jahres der Mobilität der Arbeitnehmer macht FEANTSA, der europäische Verband nationaler Vereinigungen, die mit Obdachlosen arbeiten, darauf aufmerksam, dass Maßnahmen zur Mobilitätsverbesserung die Lebensbedingungen schwacher Gruppen verschlechtern könnten.

„Die EU riskiert die Situation der Bedürftigen zu verschlimmern, wenn sie weniger Vorschriften  auf dem Wohnungsmarkt fordert, um die Beschäftigungsquoten  zu erhöhen“, lautet die Warnung von FEANTSA, des europäischen Verbandes nationaler Vereinigungen, die mit Obdachlosen und bedürftigen Menschen in Europa arbeiten.

In einem Informationspapier stellt die Organisation einige der Empfehlungen im Zusammenhang  mit dem Europäischen Mobilitätsjahr, welches am 20. Februar offiziell begonnen hat, in Frage (s. EURACTIV, 21. Februar 2006).  FEANTSA weist darauf hin,  dass Arbeitnehmermobilität „junge und hoch qualifizierte Arbeitnehmer betrifft“. Die Deregulierung der Wohnungsmärkte, welche die Mitgliedstaaten nach Empfehlungen der EU vornehmen sollen, sollen die Arbeitnehmermobilität fördern.  Laut der Organisation, könnten sich diese negativ auf Obdachlose und Bedürftige auswirken.

„Es ist wichtig, die folgenden Fragen anzusprechen“, sagte FEANTSA:  „Kann die Arbeitnehmermobilität zu einem geringen Arbeitslosenniveau unter den Bedürftigen beitragen?  Führt eine Deregulierung des Mietwohnungsmarktes zu einer größeren Arbeitnehmermobilität und wie beeinflusst dies die Lebensbedingungen der Bedürftigen?  Welchen Einfluss hätte eine Wohnungsmarktderegulierung auf die schwächsten Gruppen ?“

Abschließend heißt es: „ Es besteht das Risiko, dass die Belange der Bedürftigen nicht berücksichtigt werden, wenn die Wohnungsmarktmaßnahmen […] durchgeführt werden, um die Arbeitermobilität zu erleichtern, wodurch sich deren Situation verschlechtern würde.“

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