Machtprobe im französischen Arbeitsmarkt-Konflikt [DE]

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Die französischen Gewerkschaften wollen nun noch mehr Menschen als vergangene Woche zu einem Streik mobilisieren, um die Regierung zu einem Rückzieher bei der Einführung eines neuen Arbeitsvertrags für junge Berufseinsteiger zu bewegen.

Studentengewerkschaften haben verlauten lassen, dass sie alles daran setzen werden, die Einführung des Arbeitsvertrags CPE, der den Kündigungsschutz für Arbeitnehmer unter 26 lockert, zu verhindern. Sie drohen mit einer Ausweitung der Streiks, sollte die Regierung nicht einlenken. 

Der Streik stößt bei John Monks, Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbunds (EGB), auf Unterstützung. In einem Interview der kommunistischen Tageszeitung „L’Humanité“ sagte Monks, eine deutliche Botschaft gegen die Unsicherheit von Arbeitsplätzen und für den sozialen Dialog und Tarifverhandlungen sei notwendig. Eine auf größere Mobilität abzielende Arbeitsmarktreform müsse mit mehr Sicherheit für die Arbeitnehmer einhergehen. 

Bei dem Sozialgipfel am 23. März haben sich die europäischen Gewerkschaftsverbände und Arbeitgeberorganisationen auf ein neues Arbeitsprogramm für den sozialen Dialog 2006-2008 geeinigt. Dieser solle zu einer „Modernisierung des EU-Sozialmodells beitragen“. 

Unter anderem werde man sich um eine „gemeinsame Analyse“ der wichtigsten Herausforderungen für Europas Arbeitsmärkte bemühen. Hierzu gehörten die Jugendarbeitslosigkeit und die Schaffung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Flexibilität und Sicherheit. 

Präsident Jacques Chirac hat die Angelegenheit am 31. März an seinen möglichen Rivalen Nicolas Sarkozy weitergegeben, der dem Parlament Änderungen des CPE vorlegen wird, die von der konservativen Regierungspartei UMP, die über eine Mehrheit im Parlament verfügt, unterstützt werden.

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