Jugendämter melden starken Gefährdungsanstieg

Der Deutsche Kinderschutzbund setzt sich für Jugendrechte ein. Aufgenommen bei einer Demonstration in Berlin 2006. [EPA/Steffen Kugler]

Fälle der Kindeswohlgefährung sind im vergangenen Jahr um 10 Prozent gestiegen, meldete das Statistische Budesamt (Destatis) am Freitag – das sind 4700 mehr als im Vorjahr.

Insgesamt haben die Jugendämter in Deutschland bei rund 50 400 Kindern und Jugendlichen eine Gefährdung festgestellt. Das ist der höchste Stand seit der Einführung der Statistik im Jahr 2012. In etwa der Hälfte der Fälle wurde eine „akute“ – sprich eindeutige – Kindeswohlgefährung festgestellt, während die andere Hälfte als „latente“ Gefahr verzeichnet wurde.

Rein demografisch lässt sich das nicht erklären: Zwar stieg die Zahl der Minderjährigen von 2017 auf 2018 ebenfalls, aber nur um 0,5 Prozent – ein viel zu niedriger Wert, um den starken Anstieg zu erklären.

Der Großteil der rund 50400 Kinder wieß Anzeichen von Vernachlässigung auf, nämlich in rund 60 Prozent aller Fälle. In 31 Prozent wurden Anzeichen für psychische Misshandlungen wie beispielsweise Demütigungen, Einschüchterung, Isolierung und emotionale Kälte festgestellt. In 26 Prozent der Fälle gab es Hinweise auf körperliche Misshandlung und in 5 Prozent Hinweise auf sexuelle Gewalt.

Die Entwicklung im Bereich sexueller Gewalt war auffällig: Die Zahl der gemeldeten Fälle stieg von 2017 auf 2018 um 20 Prozent auf knapp 2 500. Die Betroffenen waren zu zwei Dritteln Mädchen.

40 Kinder werden täglich in Deutschland sexuell missbraucht

Im Schnitt 40 Kinder werden täglich in Deutschland sexuell missbraucht. Die Zahl für das Jahr 2018 sei im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gestiegen. Insgesamt waren 14.606 Kinder von sexueller Gewalt betroffen.

Kinderarmut nimmt weltweit zu

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Armut am heutigen Mittwoch hat die OECD eine Studie zur Entwicklung der Kinderarmut veröffentlicht. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

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