Italienische Lieferdienstfahrer sollen angestellt werden

Die Fahrerinnen und Fahrer seien praktisch scheinselbstständig [nrqemi / Shutterstock]

Die Staatsanwaltschaft in Mailand hat am Mittwoch in einer Pressekonferenz angekündigt, dass die Essenslieferdienste Uber Eats, Glovo-Foodinho, Deliveroo und Just Eat innerhalb der nächsten drei Monate rund 60.000 Fahrerinnen und Fahrer per „Kooperationsvertrag“ einstellen sollen.

Während die meisten Lieferanten derzeit mit Selbstständigkeitsverträgen an diese Unternehmen gebunden sind, verrichten sie eine Arbeit, die mit der von Angestellten vergleichbar sei, argumentieren die Staatsanwälte: Die Fahrerinnen und Fahrer seien praktisch scheinselbstständig, vollkommen in die tägliche Arbeitsorganisation integriert und würden aus der Ferne von den jeweiligen Unternehmen koordiniert.

Die Staatsanwaltschaft – die für ihre Entscheidung über tausend Lieferantinnen und Lieferanten in ganz Italien anhörte – warnte die vier Firmen außerdem, dass ihnen wegen Verstößen gegen die Arbeitssicherheit Geldstrafen in Höhe von insgesamt 733 Millionen Euro drohen könnten, wenn sie die Arbeiterinnen und Arbeiter nicht innerhalb der nächsten drei Monate entsprechend einstellen.

Italiens größte Gewerkschaft CGIL bezeichnete den Schritt als „großartige Nachricht“ und bekräftigte ihrerseits, dass die Zusteller durch einen landesweiten Tarifvertrag geschützt werden müssten.

Zeitgleich hat die Europäische Kommission gestern eine Konsultation gestartet, mit der festgestellt werden soll, wie eine „Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit“ erreicht werden kann.

[Bearbeitet von Tim Steins]

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