Initiative möchte Fußballclubs zur Veröffentlichung ihres CO2-Fußabdrucks bewegen

Football4Climate will mehr Fußballvereine und Fans für den Umweltschutz gewinnen. [Shutterstock | Savitskaya Iryna]

Während der europäische Profifußball trotz Corona wieder Fahrt aufnehmen konnte, hat die NGO Sport and Sustainability International (SandSI) eine neue Initiative gestartet, um mehr Clubs dazu zu bewegen, über ihren CO2-Fußabdruck nachzudenken.

Ende Mai gegründet, will Football4Climate „die Kraft des Fussballs nutzen, um das Klimabewusstsein und -handeln in der gesamten Fußballindustrie voranzutreiben“, heißt es auf der Website.

Geert Hendriks, CEO von SandSI, glaubt, dass der Fußball in einer einzigartigen Position ist, um die Unterstützung der Bevölkerung für Nachhaltigkeitsziele zu gewinnen. „Sport ist ein sehr mächtiges Instrument. Die Wissenschaft [über den Klimawandel] ist vorhanden […], aber es kann ziemlich schwierig sein, die Botschaft zu vermitteln. Deshalb wollen wir den Sport, und in diesem Fall den Fussball, nutzen, um die Botschaft zu vermitteln“, erklärte er in einem Interview mit EURACTIV Deutschland.

Die Initiative hat drei Kernziele für die Fußballindustrie. Das erste ermutigt die Vereine, ihren Kohlenstoff-Fussabdruck zu messen, zu berichten und zu reduzieren. Zusätzlich ermutigt Football4Climate die Vereine, Einwegplastik zu eliminieren und sich dem UN-Rahmenwerk Sport for Climate Action anzuschließen.

Der erste Schritt der Messung kann allerdings für Clubs schwierig sein. „Oft ist der Einstieg der schwierigste Teil“, so Hendriks. Um zu helfen, entwickelt SandSI gerade einen kostenlosen Kohlenstoff-Fußabdruck-Rechner für seine Mitglieder. Wenn Clubs nach dieser ersten Messung Hilfe bei der Kompensation ihrer Emissionen wünschen, wird die NGO sie mit Partnern in Verbindung bringen, die sie in den späteren Phasen unterstützen.

Die Organisation steht mit Fußballclubs und -verbänden in Verhandlungen, um diese in das Programm einzubinden. Bereits jetzt arbeitet SandSI mit einzelnen Spielern wie Morten Thorsby von Sampdoria Genua und Arianna Criscione von Paris Saint-Germain zusammen.

KSV Eschenrod: Bäume pflanzen gegen die Corona-Krise

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Von Fans zu Aktivisten

Das Programm ist nicht auf Vereine und Sportler beschränkt. Denn die Gruppe hat auch den Fanclub „Football4Climate“ ins Leben gerufen, der die Fans dazu ermutigt, ihre Lieblingsvereine anzusprechen und sich für den Klimaschutz einzusetzen.

Auf der Website der Gruppe können sich die Fans mit ihren Kontaktdaten und Lieblingsvereinen anmelden und erhalten dann konkrete Aufgaben, um ihre Mannschaft zu ermutigen, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen.

Dazu gehören vorgefertigte Briefe auf Englisch, Deutsch, Französisch und Italienisch, die an das Clubmanagement geschickt werden und erklären, wie man sich engagieren kann. Sie heben die Hauptprioritäten der Initiative, nämlich die Messung und Berichterstattung von CO2-Fußabdrücken, hervor und werben für einen Beitritt zum UN Sports for Climate Action Framework.

Im ersten Monat habe es einen bescheidenen Mitgliederzuwachs gegegen, sagt Hendriks, aber er hoffe, durch den Wettbewerb mehr Fans zu gewinnen. Jeden Monat wird die Organisation eine Rangliste mit den Vereinen mit den meisten Fans bekannt geben. Im Juni setzte sich Manchester United gegen den AC Mailand und die Tottenham Spurs im Kampf um den Spitzenplatz durch.

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Während sich das Thema Nachhaltigkeit im Fußball früher darauf beschränkte, dass man abends das Licht im Stadion ausschaltete, gehen Fußballvereine inzwischen ganz neue Wege.

Erweiterung, geografisch und auf andere Sportarten ausgedehnt

Auch wenn das Programm bisher eher auf den europäischen Fußballsektor ausgerichtet ist, möchte sich SandSI nicht nur auf Europa beschränken. Die Organisation hat vor kurzem einen Knotenpunkt in Asien eingerichtet, der China, Japan und Indien abdeckt, in der Hoffnung, auch in den Fußballclubs dieser Länder die Diskussion über den Klimaschutz in Gang zu bringen.

„Die Debatte dort drüben ist völlig anders als in Europa oder den USA“, stellt Hendriks fest. Dennoch hofft die Gruppe, lokalen Organisationen ein Modell an die Hand zu geben, das dazu beitragen kann, die Debatte anzuregen.

Die Football4Climate-Initiative des SandSI soll auch als Modell für die Ausweitung auf andere Sportarten wie Segeln und Rugby dienen, sagte Hendriks. All diese Programme werden unter dem Dach von Sport4Climate zusammengefasst.

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Life Programme

LIFE TACKLE wird vom LIFE-Programm für Umwelt- und Klimapolitik der Europäischen Union kofinanziert - Projektnummer LIFE17 GIE/IT/000611



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