Fast die Hälfte der spanischen Mieter von Armut bedroht

In Spanien sind 48,7 Prozent der Wohnungsmieter:innen von Armut bedroht, wie aus dem jüngsten Jahresbericht der Bank von Spanien hervorgeht, der am Donnerstag (19. Mai) veröffentlicht wurde. [Shutterstock/Juan_Gomez]

Fast die Hälfte aller Spanier:innen, die im Jahr 2020 in Mietwohnungen lebten, waren von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wobei sich die Situation wahrscheinlich noch weiter verschlechtert hat, wie aus Daten der spanischen Zentralbank hervorgeht.

In Spanien sind 48,7 Prozent der Wohnungsmieter:innen von Armut bedroht, wie aus dem jüngsten Jahresbericht der Bank von Spanien hervorgeht, der am Donnerstag (19. Mai) veröffentlicht wurde. Dies ist die höchste Quote in der EU. Der durchschnittliche Anteil der armutsgefährdeten Mieter:innen bei 32,3 Prozent liegt.

Laut dem Bericht hält es die Zentralbank für vorrangig, die negativen Auswirkungen der Ungleichheit beim Zugang zu Wohnraum zu verringern, und fordert die Regierung auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Von denjenigen, die in Spanien in Mietwohnungen leben, stecken 35,9 Prozent mehr als 40 Prozent ihres Einkommens in die Miete, verglichen mit einem EU-Durchschnitt von 25,8 Prozent.

Expert:innen gehen jedoch davon aus, dass sich diese Zahlen aufgrund der Pandemie und der beschleunigten Inflation verschlechtert haben könnten. Vor allem die schwächsten Haushalte sind wahrscheinlich am stärksten betroffen.

Im Oktober 2021 verabschiedete die spanische Regierung ein neues Wohnungsbaugesetz, das unter anderem eine spezifische Mietobergrenze für Personen mit mehr als 10 Wohnungen festlegt.

Künftig wird dies gesetzlich geregelt, um den Zugang zu „angemessenem Wohnraum“ zu erschwinglichen Preisen zu erleichtern, vor allem für die am meisten gefährdeten Personen und junge Menschen mit geringem Einkommen.

Seitdem hat die Regierung spezifische Maßnahmen ergriffen, darunter die Förderung des Angebots und das Verbot der Privatisierung öffentlicher Mietwohnungen.

Die jüngsten Zahlen könnten auch darauf zurückzuführen sein, dass die Mietkontrollmaßnahmen des Wohnungsbaugesetzes „möglicherweise nicht die gewünschte Wirkung erzielt haben.“

Spaniens Zentralbank argumentiert, dass die Maßnahmen zur Mietpreiskontrolle die Mietpreise in den regulierten Segmenten kurzfristig wirksam dämpfen können, ist aber der Ansicht, dass sie in den nicht regulierten Segmenten des Marktes zu einem Anstieg der Mietpreise führe.

Nach Ansicht der Bank von Spanien ist der Ansicht, dass das Wohnungsbaugesetz keine Maßnahmen enthält, die das Angebot an Mietwohnungen strukturell erhöhen würden, da es keine Bestimmungen enthält, die den Eigentümer:innen von Mietwohnungen größere Rechtssicherheit bieten würden.

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