EU-Kommissarin: Eurovision sei „unbestrittenes Element“ der gemeinsamen Identität

Eurovillage, Valentino Park: Helena Dalli [ALFERO/EC]

Der Eurovision Song Contest (ESC) ist ein „unbestrittenes Element“ der gemeinsamen kulturellen Identität Europas, das dieses Jahr dazu beitragen könnte, den Ruf nach Frieden zu stärken, so die maltesische EU-Kommissarin Helena Dalli.

Helena Dalli ist die EU-Kommissarin für Gleichstellung. Sie sprach mit EURACTIVs Gerardo Fortuna am Rande eines Konzerts, das die Europäische Kommission anlässlich des Europatags (9. Mai) in Turin, der Gastgeberstadt der diesjährigen Eurovision, organisierte.

Welche Rolle spielen künstlerische Veranstaltungen bei der Förderung der europäischen Identität?

Künstlerische Veranstaltungen bringen Menschen zusammen und überwinden Grenzen und Barrieren.

Alle Europäer:innen reagieren unterschiedlich auf die Erwähnung des Eurovision Song Contest – einige sind fanatisch, andere sehen ihn gerne, andere nicht so sehr.

Was ich sagen kann, ist, dass keiner der Menschen, die ich kenne, auf die Frage „Was ist das?“ antworten würde. Heute ist der Eurovision Song Contest ein riesiger Erfolg und ein unbestrittenes Element unserer gemeinsamen europäischen kulturellen Identität.

Normalerweise sprechen wir über ein Europa, das aus Politik besteht, aber dieses von der Kommission organisierte Konzert feierte die EU auf musikalische Weise.

Das Konzert zum Europatag in Turin, das im Vorfeld des diesjährigen ESC stattfand, stand ganz im Zeichen des europäischen Projekts und der gemeinsamen europäischen Initiative. Wir haben unsere Bereitschaft gezeigt, ungeachtet der Nationalität oder anderer Unterschiede zusammenzukommen und stattdessen unsere Vielfalt zu feiern.

Warum ist ein Ereignis wie der Eurovision Song Contest in diesem Jahr so wichtig und welche Bedeutung hat er auf EU-Ebene?

Die russische Aggression gegen die Ukraine hat das Vertrauen des europäischen Kontinents in Frieden und Wohlstand erschüttert. Ich hoffe daher, dass der Eurovision Song Contest uns dabei hilft, unseren Ruf nach einem friedlichen Kontinent zu erneuern, in dem die einzigen Rivalitäten zwischen den Nationen in Musiksälen und Sportstätten stattfinden.

Ukraine zieht als Favorit ins Eurovision-Finale ein

Das ukrainische ‚Kalush Orchestra‘ zog am Dienstag (10. Mai) in das große Finale des Eurovision Song Contest in Italien ein und gilt somit im Finale am Sonntag als Favorit.

Obwohl auch Nicht-EU-Länder an der Eurovision teilnehmen, glauben Sie, dass die Veranstaltung dazu beitragen kann, einige der Grundwerte der Union wie Gleichheit, Nicht-Diskriminierung und den Kampf für Integration zu bekräftigen?

Die Vielfalt zwischen den Nationen und die künstlerische Vielfalt, die auf der Bühne zum Ausdruck kommt, machen den Eurovision Song Contest zum meistbeachteten nicht-sportlichen Ereignis.

Ich glaube, dass die Ausweitung des Wettbewerbs nach Osten, sodass der Wettbewerb den gesamten europäischen Kontinent abdeckt, eine seiner wichtigsten Entwicklungen war.

Die Themen der Lieder und die Vielfalt der Künstler:innen sorgen immer wieder für Diskussionen. Dieses Jahr wird keine Ausnahme sein.

Haben Sie eine Lieblingserinnerung oder einen Lieblingsmoment im Zusammenhang mit der Eurovision? Was erwarten Sie dieses Jahr?

Ich habe mehrere Erinnerungen, da sich der Eurovision Song Contest von Jahr zu Jahr neu definiert und verändert.

Dieses Jahr erwarte ich das gleiche hohe Niveau und die üblichen Überraschungen, die uns zum Zuschauen und Reden bringen. Ich hoffe, dass dieses Ereignis die Europäer:innen auch zum Nachdenken über Fragen der Einheit, des Miteinanders und unserer gemeinsamen Zukunft anregen wird. Gemeinsam sind wir stärker.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

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