Die Sicherheit an Europas Flughäfen erhöhen

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von EURACTIV.COM Ltd.

Die Filetstücke von Air Berlin sind begehrt. [Foto: Dabarti CGI/Shutterstock]

Zunächst die gute Nachricht: Fliegen war noch nie so sicher. Investitionen in Technologie, Infrastruktur und Training haben die Sicherheit im europäischen Luftverkehr über viele Jahre deutlich erhöht. Angesichts der steigenden Passagierzahlen in den vergangenen Jahrzehnten ist dies ein bemerkenswerter Erfolg.

John Geddes ist Vorsitzender der europäischen Sektion des Verbandes der Flughafendienstleister (Airport Services AssociationASA) sowie Prokurist von John Menzies Plc.

Es gibt jedoch zwei Haken. Erstens gibt es einen Neuling am Himmel: unbemannte Flugsysteme, besser bekannt als Drohnen. Der Einsatz von Drohnen durch Unternehmen und Privatpersonen wird in den kommenden Jahren massiv steigen. Zweitens stoßen unsere Flughäfen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen, weil ihre Infrastruktur über viele Jahre nicht mit dem wachsenden Verkehr Schritt gehalten hat. Aus diesen Gründen dürfen wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, wenn wir die Sicherheit des Fliegens weiter steigen wollen.

Einer der Gründe, warum Fliegen die sicherste Art des Reisens ist, sind die hohen Sicherheitsstandards in Europa. Die verantwortliche Behörde, die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA), leistet bei der Beaufsichtigung von Fluggesellschaften, Flughäfen und Herstellern exzellente Arbeit. Leider hat EASA jedoch bis heute kein Mandat, Drohnen und Bodenverkehrsdienstleister zu regulieren.

Bodenverkehrsdienstleiser kümmern sich im Auftrag der Airlines um Passagiere und Gepäck und fertigen deren Flugzeuge ab. Diese Leistungen wurden früher von den Fluggesellschaften selbst ausgeführt, werden aber heute in der Regel von uns Spezialisten übernommen. Die Abfertiger und ihre Mitarbeiter tragen daher auch die Hauptlast der zunehmend überlasteten Flughafeninfrastruktur.

Insgesamt funktioniert die Regulierung der Sicherheit im Luftverkehr also hervorragend, abgesehen von diesen beiden offensichtlichen Lücken. Die Europäische Kommission hat bereits reagiert. Im vergangenen Dezember hat sie in ihrem Gesetzespaket für die Luftfahrt vorgeschlagen, das Mandat der EASA auf die meisten Drohnen sowie die Bodenverkehrsdienste auszuweiten. Leider war die Reaktionen hinsichtlich der Bodenabfertigung eher zögerlich, was vermutlich weniger mit dem Thema selbst als mit Skepsis gegenüber der Übertragung weiterer Kompetenzen an eine EU-Behörde zu tun hat.

Es wäre jedoch ein ernstes Versäumnis, wenn sich das Europäische Parlament oder die Mitgliedstaaten gegen europäische Mindeststandards bei der Abfertigung an Europas Flughäfen aussprechen würden. Da es bei der Sicherheit im Luftverkehr auf jedes einzelne Glied der Kette ankommt, würde der Ausschluss der Bodenverkehrsdienste die Integrität der europäischen Aufsicht insgesamt in Frage stellen.

Dabei sind die Bodenverkehrsdienste ein für die Sicherheit der Passagiere besonders wichtiger Teil der Luftfahrtkette, der stark von europäischen Mindeststandards profitieren würde. Einheitliche Standards wären zudem für die Sicherheit der Mitarbeiter an den Flughäfen von größter Bedeutung. Die Bodenverkehrsdienstleister sind häufig die größten Arbeitgeber an den Flughäfen, weshalb die meisten Betroffenen – einschließlich der Abfertigungsunternehmen, der Flughäfen und der Gewerkschaften – für die Einführung europäischer Mindeststandards sind.

Als Bodenverkehrsdienstleister wollen wir noch einen Schritt weitergehen. Wir setzen uns für eine europäische Zertifizierung von Abfertigungsunternehmen ein, so wie dies bereits bei Fluggesellschaften der Fall ist. Denn ohne Zertifizierung wird es keine vereinheitlichten Prozesse bei Ausbildung und Betrieb geben, die für eine weitere Verbesserung der Sicherheit notwendig sind. Das Ergebnis wären uneinheitliche Audits und Ausbildungsstandards sowie höhere Kosten. Aus diesem Grund wäre ein europäischer Sicherheitsstandard ohne EU-Zertifizierung eine verpasste Gelegenheit.

Es mag ungewöhnlich sein, dass sich eine Branche – und insbesondere ein britischer Vertreter dieser Branche – dafür einsetzt, von der EU reguliert zu werden. Aber wir Flughafendienstleister sind eine wachsende, internationale Branche. Und Sicherheit hat für uns höchste Priorität – sie ist Teil unserer DNA.

Glücklicherweise sind die wenigsten Vorfälle am Boden ernster Natur. Aber jeder Vorfall, den wir durch harmonisierte Standards vermeiden können, hilft der Luftfahrt, Verletzungen, Sachschäden, Verspätungen und Flugausfälle zu verhindern. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.

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