Unterstützt Washington Italiens Bemühungen um Sitz im UN-Sicherheitsrat?

Vor dem Hintergrund
der Vergrößerung des UN-Sicherheitsrates
scheinen die USA entschlossen, Italien den Vorzug
gegenüber Deutschland zu geben.

Wir vergessen unsere Freunde nicht“, versprach
US-Außenministers Colin Powell in einer Rede in
Washington zur geplanten Vergrößerung des
UN-Sicherheitsrates. Die Aussage dürfte eine
Anspielung darauf gewesen sein, dass Italien den
US-geführten Krieg stark unterstützt und auch
den drittgrößten Beitrag zu ihm geleistet hat.
Die USA versichern nun, die Bemühungen Italiens um
einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat
würden „voll berücksichtigt“
werden.   

Unterdessen macht sich auch Deutschland – ein
vehementer Gegner des Irak-Krieges – für einen
ständigen Sitz stark. Italien indes lehnt die
Pläne Deutschlands mit der Begründung ab, eine
ständige Mitgliedschaft würde zu politischen
„Spaltungen“ führen. „Aber es kann
nicht davon die Rede sein, dass Italien gegen Deutschland
ist“, so der italienische Außenminister Franco
Frattini. „Vielmehr ist Italien für Europa. Wir
arbeiten für Europa und gegen nationale
Interessen“. 

Derzeit haben die USA, Großbritannien, China,
Frankreich und Russland einen ständigen Sitz im
UN-Sicherheitsrat inne. Japan, Brasilien, Indien,
Ägypten, Nigeria und Südafrika wollen ebenfalls
ständige Mitglieder werden. Am 15.Oktober 2004
übernahmen Argentinien, Dänemark, Griechenland,
Japan und Tansania die alle zwei Jahre rotierenden
nicht-ständigen Sitze im Sicherheitsrat. Algerien,
Benin, Brasilien, die Philippinen und Rumänien haben
diesen Status seit Januar 2004.  

Die Vereinten Nationen werden im Jahr 2005 ihr 60.
Jubiläum feiern und die Organisation sieht sich
wachsendem Druck ausgesetzt, ihr mächtigstes Gremium
zu vergrößern.

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