Polizei greift mehr als 300 Migranten in Güterzügen auf

Die Möglichkeit einer Flucht per Güterzug hat sich offensichtlich in Italien herumgesprochen.

Innerhalb von nur drei Monaten wurden in Deutschland über 300 Flüchtlinge in Güterzügen aufgegriffen. Aufgrund stärkerer Grenzkontrollen war die Zahl der Migranten, die von der Polizei aufgehalten wurden, zuletzt zurückgegangen.

Migranten versuchen weiterhin, in Güterzügen nach Deutschland einzureisen. Allein die Bundespolizeidirektion München entdeckte seit Oktober etwa 270 Migranten, die vor allem aus Italien auf Güterzügen in Containern oder zwischen Lastwagen in die Bundesrepublik kamen, wie die Zeitung Die Welt berichtete. Auch im Bereich der Stuttgarter Direktion wurden demnach seit Ende November etwa 60 Migranten auf Güterzügen gezählt.

ZEW-Studie räumt mit Vorurteilen über Flüchtlinge auf

Eine neue Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) räumt mit verbreiteten Vorurteilen in der Flüchtlingsdebatte auf. Auf dem Arbeitsmarkt und bei der Kriminalität ließen sich keine erkennbaren Nachteile für die einheimische Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Flüchtlingszuzug feststellen, urteilen die Forscher.

Wegen verstärkter Kontrollen in den Nachbarländern seit Dezember sei die Zahl der aufgegriffenen Menschen zuletzt zurückgegangen, hieß es weiter. Die Möglichkeit einer Flucht per Güterzug habe sich aber offensichtlich in Italien herumgesprochen. Laut einem internen Bericht der Bundespolizei, auf den sich die Welt berief, schilderte ein Migrant, dass er in einem italienischen Flüchtlingslager einen entsprechenden Tipp erhalten habe.

Verlängerung der Kontrollen

Im Oktober hatte die EU-Kommission bereits einer Verlängerung der Kontrollen an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich über Mitte November hinaus den Weg geebnet. Die Brüsseler Behörde legte einen Vorschlag für eine Empfehlung vor, der zufolge die im Zuge der Flüchtlingskrise eingeführten Kontrollen in Deutschland und vier weiteren europäischen Staaten um weitere drei Monate verlängert werden können.

Migranten beim Fluchtversuch in spanische Exklave Ceuta gestoppt

Mehr als tausend Migranten aus dem südlichen Afrika haben in der Nacht zum Neujahrstag versucht, über den Absperrzaun in die spanische Exklave Ceuta in Marokko zu gelangen.

Zuvor hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gemeinsam mit weiteren EU-Amtskollegen in einem Schreiben an die EU-Kommission angeregt, die Kontrollen im Schengen-Raum, in dem eigentlich Reisefreiheit herrscht, über Mitte November hinaus erneut zu verlängern. Zur Begründung hatte de Maizière gesagt, dass die Flüchtlingssituation weiter „äußerst fragil“ sei, auch wenn die Lage an den Binnengrenzen im Schengen-Raum sich derzeit entspannt habe. Die Mitgliedstaaten im Schengen-Raum müssten weiterhin in der Lage sein, „individuell, lageabhängig und flexibel“ Grenzkontrollen an den Binnengrenzen durchzuführen, hatte de Maizière gesagt.

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