Juncker: Die Türkei kann im Kampf gegen Terror auf uns zählen

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Bei einem Anschlag auf einen Nachtclub in Instanbul kamen in der Silvesternacht 39 Menschen ums Leben. [Ayla/Flickr]

In der Silvesternacht kamen 39 Menschen bei einem Terroranschlag in einer türkischen Diskothek ums Leben. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verspricht der Türkei auch weiterhin Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus. EURACTIV Brüssel berichtet.

Erneut erschüttert ein schreckliches Attentat die europäischen Gemüter. In der Silvesternacht erschoss ein Unbekannter 39 Feiernde in einer hochkarätigen Diskothek Istanbuls. Mindestens zwölf Menschen wurden verletzt. Der Schütze ist auf der Flucht. Inzwischen bekannte sich eine Miliz des sogenannten Islamischen Staates (IS) zu dem Anschlag.

Es handelt sich bei dem Angriff um das letzte Terrorattentat in Europa im Jahr 2016. Am 19. Dezember erst hatte ein IS-Anhänger einen LWK in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin gefahren und dabei zwölf Menschen getötet.

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Der mutmaßliche Attentäter von Berlin ist offenbar in Mailand getötet worden. Direkten Kontakt zur Extremistengruppe „Islamischer Staat“ hatte er laut einem Medienbericht jedoch nicht.

In einer Stellungnahme vom 1. Januar sprach Kommissionspräsident Juncker den Opfern und ihren Angehörigen sein Beileid aus. „In meinem Namen und auch im Namen der gesamten Europäischen Kommission möchte ich Ihnen mein aufrichtigstes Beileid aussprechen und meine Solidarität gegenüber den Opfern und ihren Liebsten zum Ausdruck bringen“, so der Luxemburger. „Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, Terrorismus abzuwehren. Ich möchte Ihnen und über Sie auch dem ganzen türkischen Volk versichern, dass sie dabei weiterhin auf unsere Unterstützung zählen können.“

Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zeigt sich betroffen. „2017 beginnt mit einem Anschlag in Istanbul. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und Ihren geliebten Menschen. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, solche Tragödien zu verhindern“, twittert sie.

Zu den Opfern zählen Menschen aus Saudi Arabien, Syrien, dem Libanon, dem Irak, Tunesien, Kuwait und Israel sowie ein türkisch-belgischer und ein kanadisch-irakischer Staatsbürger. Laut Angaben des jordanischen Außenministeriums kamen auch drei Jordanier bei dem Angriff ums Leben.

Weltweit verurteilen führende Politiker und Vertreter den Terrorangriff, darunter US-Präsident Barack Obama und Papst Franziskus. Die türkische Regierung verspricht, hart gegen die Verantwortlichen vorzugehen.

Zusätzlich zum versuchten Staatsstreich im Juli 2016 hatte die Türkei im vergangenen Jahr mit einer ganzen Serie von Terrorangriffen zu kämpfen. Erst im Dezember starben 46 Menschen bei einem Bombenanschlag vor dem Fußballstation in Istanbul. In einer Stellungnahme erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, sein Land werde „bis zum Schluss“ gegen Terrorismus kämpfen.

Die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei sind zurzeit besonders angespannt. Istanbul geht auch weiterhin ungeachtet der Kritik aus Brüssel scharf gegen angebliche Mitverschwörer des Putschversuchs vor. Die Beitrittsgespräche liegen daher auf Eis und auch der Flüchtlings-Deal, der 2015 beim Valletta-Gipfel ins Leben gerufen wurde, scheint in Gefahr.

Am 19. Dezember – am Tag des Berlin-Attantats – wurde der russische Botschafter in der Türkei bei der Eröffnung einer Kunstausstellung erschossen.

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