Frankreich und Deutschland lehnen US-Wiederaufbauplan für Afghanistan ab

Frankreich und Deutschland haben einen
Vorschlag der USA abgelehnt, nach dem die NATO für den
Wiederaufbau in Afghanistan zuständig gemacht werden
soll. 

Frankreich und Deutschland haben einen US-Vorschlag
zur Integrierung der NATO-Friedenssicherungstruppen in
die amerikanischen Kampftruppen in Afghanistan abgelehnt.
Die USA haben vor, die zwei Missionen unter dem
gleichen NATO-Oberbefehlshaber zu vereinen.
Frankreich und Deutschland haben bei einem
informellen NATO-Treffen in Rumänien indessen
erklärt, dass sie dieser Idee auch weiterhin nicht
zustimmen können. Gleichzeitig sagten sie auch,
dass die NATO die Wiederaufbaumission in
Afghanistan auch künftig unterstützen
werde.  

Derzeit hat die NATO eine 9.000-Mann starke Mission in
Afghanistan, die unter französischem Befehl steht.
Die US-Truppe ‚Operation Enduring Freedom‘ in
Afghanistan besteht aus 18.000 Soldaten. 

Frankreich und Deutschland sind der Auffassung, dass
eine einheitliche Befehlsstruktur einen Schritt in
Richtung Zusammenlegung der zwei Truppen darstellen
könnte. Dies könnte eine erhöhte
militärische Gefahr für die Soldaten bedeuten.
Paris und Berlin hegen außerdem den Verdacht, dass
die USA eine Zusammenlegung nutzen könnte, um
Truppen abzuziehen. Großbritannien ist auch
weiterhin zuversichtlich, dass das Militär einen
Plan finden wird, der eine engere Verbindung
ermöglicht und gleichzeitig die Vorbehalte
Frankreichs und Deutschlands
berücksichtigt. 

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat
erklärt, die ‚Option‘ einer einheitlichen
Befehlsstruktur werde auf dem nächsten Gipfel in
Nizza im Februar 2005 vorgestellt werden. „Die
Minister werden dann eine Wahl treffen müssen und
sich entscheiden, was sie eigentlich wollen“, so
Hoop Scheffer. 

Unterdessen hat Spanien angekündigt, dass es
seine 500 Soldaten aus Afghanistan abziehen werde. Madrid
steht der Ausweitung des Einsatzes von NATO-Truppen
ablehnend gegenüber, weil demonstriert werden
müsse, dass die Souveränitat Afghanistans
respektiert wird. 

 

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Abonnieren