Experten: Regionalpolitik „kann nicht alles tun“

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Ein Bericht, der die europäische Regionalpolitik im Zeitraum von 2000 – 2006 bewertet, zeichnet ein allgemein positives Bild, doch Experten sagen, dass erschreckende Fehler gemacht worden wären, und drängten EU-Gesetzgeber dazu, realistisch zu sein, was Regionalfonds in der Zukunft bewirken oder nicht bewirken könnten.

Der Report der gestern (19. April) in Brüssel vorgestellt wurde, war eine Ex-Post-Evaluierung der vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanzierten Programme im Zeitraum 2000 – 2006 in den Regionen mit den Konvergenzzielen 1  und 2. Der Bericht wurde von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben und wurde von der unabhängigen belgischen Forschungsfirma Applica durchgeführt.

Bei der Bekanntgabe des Berichts stellte Regionalkommissar Johannes Hahn hervor, dass die Evaluierung zeige, dass das breite Spektrum an regionalen Programmen und Projekten in bedeutsamer Weise bewertet werden könne.

Er sagte, dass die Ergebnisse nennenswerte Erfolge in der Schaffung von Arbeitsplätzen, eine starke Verbesserung in den Aktivitäten von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Nachweise von sozialem und ökologischem Fortschritt zeigten.

Untergräbt die aktuelle Krise die Ergebnisse?

Hahn sagte außerdem, dass die Ergebnisse einige Hinweise für die Reformierung der Regionalpolitik nach 2013 lieferten, die dazu beitragen könnten, den Erfolg zu maximieren. Er zitierte insbesondere die Notwendigkeit für neue Indikatoren neben lediglich dem BIP um auszuwerten, ob die jeweilige Politik im Feld funktioniert.

Ein Expertengremium stimmte dem zu und argumentierte, dass Schlüsse für die Regionalpolitik nach 2014 aus der vergangenen Periode gezogen werden müssten, auch wenn der Zeitraum 2000 – 2006 von einem durchgehend stabilen wirtschaftlichen Wachstum geprägt war, ganz im Gegensatz zur aktuellen Phase 2007 – 2013, die durch eine schwere Rezession gekennzeichnet ist.

"Der Wert dieser Evaluierung liegt darin, von unseren Fehlern in der Vergangenheit zu lernen", sagte Dirk Ahner, Generaldirektor für Regionalpolitik in der Europäischen Kommission.

Realistisch über den Nutzen von Regionalpolitik sprechen

Es sei nicht grundsätzlich falsch, allgemeinen regionalpolitischen Zielen neue Zielsetzungen wie Umweltfreundlichkeit hinzuzufügen, so Harvey Armstrong von der Universität Sheffield, solange "die Ambitionen für das Erreichbare bescheiden bleiben".

Zu hohe Erwartungen an Regionalfonds behinderten ihre Effektivität, fügte er hinzu und monierte, er habe in den vergangenen Jahrzehnten beunruhigende Fälle der Ausweitung ursprünglicher Ziele der Regionalpolitik beobachtet. In anderen Worten ist die EU zu weit gegangen in der Ausdehnung der Anzahl an Bereichen, in denen sie glaubt, mit Regionalpolitik Änderungen herbeizuführen

Es mache mehr Sinn, sich auf eine begrenzte Anzahl von Zielen zu konzentrieren, so Armstrong.

EU Regional Policy Commissioner Johannes Hahn said: "These figures show how important the European cohesion policy is. With our investments we do not only make the European Union visible to our citizens in the regions but we also deliver tangible results to the direct benefit of our economy. By doing this evaluation, we get the opportunity as well to learn from good practices elsewhere and to continuously improve projects and programmes."

Regionalpolitik macht ein Drittel des EU-Haushalts aus und wird in siebenjährige Programmperioden eingeteilt.

Die laufende Periode begann im Jahr 2007 und läuft bis Ende 2013. Die Debatte darüber, wie man Regionalpolitik reformieren kann, um sie in der Periode 2014 – 2020 effizienter zu gestalten, ist in Brüssel und anderswo nun wahrlich in vollem Gange. Hauptakteure wie die Europäische Kommission (EURACTIV 19.04.10)   und der Ausschuss der Regionen (EURACTIV 07.05.09) verschaffen sich zunehmend Gehör.

Eine oft zitierte Kritik an der Regionalpolitik ist, dass ihr die Möglichkeit fehlt, den Erfolg ihrer Ausführung zu messen, was von einer Reihe von aufeinander folgenden EU- Regional-Kommissaren angemerkt wurde.

Der Bericht, der am 19. April 2010 in Brüssel präsentiert wurde, war eine Ex-Post-Bewertung des Programms von 2000 – 2006, finanziert durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in Konvergenzziel 1 und Konvergenzziel 2 Regionen.

Die Bewertung wurde von der EU-Exekutive in Auftrag gegeben und von einem Team ausgeführt, das von dem unabhängigen belgischen Rechercheunternehmen Applica geleitet wurde.

Applica hat weiterhin kürzlich einen Auftrag http://www.applica.be/home_news.html gewonnen, ein Netzwerk von Experten zur Bewertung EU-weiter regionaler Entwicklungen einzurichten. Des Weiteren soll es die Resultate von Bewertungen und anderen Studien überprüfen, welche zu den Effekten von Interventionsprogrammen auf diese Entwicklungen ausgeführt werden, mit Bezug auf die laufende Programmperiode 2007 – 2013.

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