Die meisten Journalisten, die bei der Europäischen Kommission akkreditiert sind, glauben, dass die Türkei letztendlich ein Mitglied der EU werden wird. Die Mehrheit derjenigen, die an den Beitritt der Türkei glauben, sieht den Zeitraum 2016 bis 2019 als am wahrscheinlichsten für den Beitritt. Dies hat eine neue Umfrage gezeigt.
Ziel der Umfrage, die von der Brüsseler NGO TR PLUS (Zentrum der Türkei in Europa) in Zusammenarbeit mit EURACTIV Türkei organisiert worden war, war es, die Meinung der bei der Kommission akkreditierten Journalisten hinsichtlich der Aussichten der Türkei auf einen EU-Beitritt zu ermitteln.
Die Umfrage wurde in einer EU-weiten Auswahl von 100 der insgesamt 1 000 bei der Kommission akkreditierten Journalisten durchgeführt.
Auf die Frage, ob sie glaubten, die Türkei werde ein Vollmitglied der EU werden, antworteten 64% mit ‚ja’, gegenüber 24%, die der Meinung sind, die Türkei werde nie der EU beitreten.
18% der Befragten haben den Zeitraum 2016 bis 2019 als am wahrscheinlichsten für einen Beitritt bestimmt. Mit jeweils 16% liegen die Zeiträume 2012 bis 2015 sowie 2020 bis 2023 knapp dahinter.
Nur wenige der Journalisten sind der Meinung, dass es später zu einem Beitritt kommen werde: 4% haben sich für den Zeitraum 2024 bis 2027 entschieden, sowie 6% für ‚nach 2028’.
Die Organisatoren sind der Meinung, diese Ergebnisse zeigten eine breite Akzeptanz unter den Journalisten, dass die Türkei bis spätestens 2023 ein EU-Mitgliedstaat sein werde.
Die Umfrage wollte ebenfalls herausfinden, was die Stärken der Türkei als EU-Mitgliedstaat sein würden. Die Befragten betonten den großen Binnenmarkt des Landes (60 Stimmen) und seinen Status als ein zunehmend beliebtes Reiseland (35 Stimmen) als Hauptvorzüge. Dies spiegle die starken Bemühungen der türkischen Regierung der vergangenen Jahre sowie die Unterstützung des privaten Sektors wider.
Des Weiteren betrachteten die Journalisten die Rolle der Türkei als eine demokratische Brücke zur muslimischen Welt (53 Stimmen) und seine strategische geographische Lage (48 Stimmen) als weitere wichtige Vorzüge einer EU-Mitgliedschaft. Dies entspricht der Wahrnehmung des türkischen Außenministeriums – ein Ergebnis, das laut TR PLUS zeige, dass eine verbesserte Kommunikation Vorurteile abbauen könne.
Der noch immer ungeklärte Status Zyperns wurde von den Journalisten als das größte Hindernis für die Beitrittshoffnungen der Türkei (36%) bestimmt, eng gefolgt von Bedenken über die muslimische Bevölkerung des Landes (34%).
Weiterhin wird die politische Instabilität als einer der wichtigsten Stolpersteine, sowie der fortwährende Kurden-Konflikt als ein besonders großes Problem erachtet.

