Studie: Globalisierung führt zu ‚Explosion’ der Anzahl an Think Tanks [DE]

Crowd_01.jpg

Globalisierung führt weltweit zu einer zunehmenden Anzahl an Think Tanks. Solche Institutionen müssen jedoch ihre Bedeutung beibehalten, indem sie ein ‚Gespür für Öffentlichkeit’ und eine ‚Brise Exzentrizität’ demonstrieren. Nur so können sie sicherstellen, das Interesse der Politiker, der Presse und der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen.

Dies sind die wichtigsten Schlussfolgerungen einer neuen Studie, die von James G. McGann vom Foreign Policy Research Institute (Forschungszentrum für Außenpolitik) in Philadelphia, durchgeführt wurde.

Sowohl die Zahl als auch die Leistung der Think Tanks sei in den vergangenen Jahrzehnten ‚explosionsartig’ gestiegen. McGann betont ebenfalls die ‚drastische Erweiterung’ des Geltungsbereichs und Einflusses ihrer Arbeit auf politische Entscheidungsprozesse.

Angesichts der Globalisierung nennt McGann als die wichtigsten Gründe für diesen zahlenmäßigen Anstieg die ‚Revolution der Information’, das Ende des Regierungsmonopols auf Information, die zunehmende Komplexität politischer Probleme und eine gesteigerte Notwendigkeit ‚zeitgemäßer’, ‚präziser’ und ‚zugänglicher’ Forschung, die sich an der Politik orientiert. 

Weiterhin versichert er, dass das Potential der Think Tanks, die demokratischen Regierungen und Gesellschaften zu stützen und zu unterstützen, noch lange nicht ausgeschöpft sei, vorausgesetzt sie könnten ihre ‚intellektuelle Tiefe’ und ihren ‚politischen Einfluss’ in den kommenden Jahren weiterhin aufrechterhalten.

Dennoch warnt McGann, sie müssten sich weiterentwickeln, wenn sie überleben wollten. In diesem Zusammenhang verwies er auf einen leichten Rückgang der Zahl neuer Think Tanks seit der Jahrtausendwende, im Vergleich zu einem konstanten Anstieg seit den 1950er Jahren.

Als Grund hierfür führt McGann eine politische und regulatorische Umwelt an, die derzeit Think Tanks und NGOs gegenüber ‚feindlich gesinnt’ sei, sowie einen erhöhten Wettbewerb von Lobbygruppen, profitorientierten Beratungsunternehmen und elektronischen Medien. 

Die Studie „The Global ‚Go-To Think Tanks’: The Leading Public Policy Research Organisations in the World” versuchte, die Arbeit von mehr als 5 000 Institutionen zu bewerten, indem sie die führenden Think Tanks sowohl auf globaler als auch auf regionaler Ebene bestimmte.

Die Studie wurde über einen Zeitraum von achtzehn Monaten mit mehr als 2 000 US-amerikanischen sowie 3 000 nicht-amerikanischen Organisationen und Institutionen durchgeführt.

In Brüssel befinden sich etwa 40 Think Tanks, die sich mit einer Reihe EU-politischer Fragen auseinandersetzen. Sie wollen einen Beitrag zu den politischen Entscheidungsprozessen leisten, indem sie Konferenzen und Seminare für Entscheidungsträger ausrichten und Texte publizieren (siehe unser LinksDossier über Think Tanks).

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.