Die europäische Ethanolindustrie bekommt mit der Gründung der Industrial Ethanol Association (IEA) in Brüssel einen neuen Vertreter. Somit erhalten die Hersteller synthetischen Ethanols – gewonnen aus Öl und Gas – neben ihrem Gegenüber im Agrarsektor eine Stimme.
Die IEA vereinigt die Hersteller synthetischen Ethanols INEOS, Petro SA Europe und Sasol Solvents Germany. Ihr Ziel ist es, die Interessen des Sektors gegenüber Politikern und anderen Industrievereinigungen zu vertreten, um ‚gerechten Wettbewerb’ zu fördern und einen ‚gesunden europäischen Ethanolmarkt’ aufrechtzuerhalten.
Die IEA möchte sich von anderen europäischen Vereinigungen, die die Hersteller von landwirtschaftlichem Ethanol repräsentieren, unterscheiden. Letztere haben zunehmend die Kritik von Umwelt-NGOs auf sich gezogen (EURACTIV vom 18. Oktober 2007).
Die Unterschiede der Vielzahl der Ethanole beschreibend, sagte Emmanuel Desplechin, der Generalsekretär der IEA folgendes: Die Mitgliedsunternehmen der IEA produzierten synthetisches Ethanol, das aus fossilen Brennstoffen (wie Öl und Gas) gewonnen werde, für dessen Verwendung auf dem Industriemarkt in hochwertigen Produkten wie Pharmazeutika, Kosmetika, Farben und Tinten.
Synthetisches Ehtanol wird ebenfalls für industrielle Chemieprodukte, wie Scheibenwischwasser, Farbverdünner und Reinigungsmittel, verwendet.
Desplechin erklärte, die Produkte der Mitgliederunternehmen der IEA gingen nicht in den Biokraftstoffsektor ein???. Sie würden auf dem Industriemarkt verwendet.
Er distanzierte sich von der Kritik der Umwelt-NGOs, welche die Vereinigung als ‚losgelöst’ vom Biokraftstoffmarkt beschrieb. Er sagte jedoch, die Gründung folge auf politische Entwicklungen des Biokraftstoffsektors, da diese einen Dominoeffekt auf die gesamte Ethanolindustrie hätten.
Zu den wichtigsten Gründen für die Gründung der IEA zählt die Tatsache, dass es eine Notwendigkeit gegeben habe, den Industrieethanolsektor in Bereichen wie Handel und Zöllen zu vertreten, in denen alle Ethanole ungeachtet der Herkunft oder Verwendung gleich behandelt würden.

