Interview: Neue Medien wichtig für Obamas Wahlkampf [DE]

mobile_1.jpg

Die Verwendung innovativer, neuer Kommunikationsmittel im Internet sowie bei Mobiltelefonen, um die Bürger zu erreichen, sei ein wichtiger Grund für den Erfolg der US-Präsidentschaftswahlkampagne von Barack Obama, sagt Brian Fetherstonhaugh, Vorsitzender und Geschäftsführer von OgilvyOne Worldwide, in einem Interview mit EURACTIV.

„Barack Obama […] verwendet eine Kommunikationsstrategie, die auf Resonanz trifft und sich von der traditionellen Strategie unterscheidet“, sagt der Marketingchef. Er lobte den Senator für die „sehr gute“ Auswahl neuer Medien wie der sozialen Netzwerkarbeit und dem mobilen Marketing, um seine Ideen zu vermitteln.

Die US-Wählerschaft wird heute (4. November 2008) über einen neuen Präsidenten entscheiden. Sowohl der demokratische Kandidat Barack Obama als auch sein republikanischer Rivale John McCain haben viel Geld investiert, um mit den Wählern während der hektischen Wahlkampfzeit zu kommunizieren.

Fetherstonhaugh stellt drei „auffällige“ Merkmale der Wahlkampagne Obamas im Vergleich mit der John McCains heraus: Vermittlung von Botschaften, die die Menschen bewegen, in einem ansprechenden Stil, effiziente Nutzung des Internets, um Fürsprecher und Spender zu gewinnen, sowie die innovative Verwendung traditioneller Medien wie dem Fernsehen. 

Während Obama „das Internet von Beginn an nutzte, um Unterstützung zu gewinnen“, „hat McCain keine nachhaltig wirkende und ansprechende Botschaft“. Außerdem habe er „die Möglichkeiten des Internets erst sehr, sehr spät entdeckt“, stellt der Geschäftsführer von Ogilvy fest. 

„Mit Blick auf die ausgesendeten Botschaften war Obamas Wahlkampagne schon an sich ansprechend“, da Botschaften wie „Join me“ und „You can make the difference“ verwendet worden seien, so Fetherstonhaugh. Das habe ihm einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem mehr verordnenden, „sehr traditionellen“ Ansatz seiner Rivalin Hilary Clinton während des Vorwahlkampfes eingebracht.

Neben der Politik habe die „extrem erfolgreiche“ Internet-Plattform My.BarackObama.com außerdem Auswirkungen auf die Marketing- und Kommunikationsbranche, so der Ogilvy-Chef. 

Die Wähler würden „zunehmend unabhängig und selbst die Kontrolle über die Informationen und die Kommunikationsagenda ergreifen“, beobachtet Fetherstonhaugh. Er verweist auf den respektvollen Ansatz der Wahlkampagne Obamas zum mobilen Marketing und Webseiten wie Facebook, bei dem zuvor die Erlaubnis des Bürgers eingeholt wird, als Beweis für diesen Trend.  

„Frühzeitiges Engagement, Unterstützung und Einwilligung der Befürworter schon zu Beginn“ ermöglichten es den Unterstützern ihren Enthusiasmus über My.BarackObama.com an andere weiterzugeben, sagt er. Die „sich selbst steuernden“ Instrumente wie Blogs produzierten Inhalte, die ständig von Internetnutzern erneuert würden, ohne Kosten für das Wahlkampfteam zu verursachen.

„Wenn Leute erstmal wissen, dass sie die Kontrolle ausüben und […] ihre Unabhängigkeit behalten können, werden sie sich freiwillig“ an der Aktualisierung der Wahlkampagne beteiligen, sagte er und betonte Ähnlichkeiten mit der Art und Weise, wie die Fans europäischer Fußballvereine Neuigkeiten über ihren Lieblingsverein ins Netz stellten.

Nichtsdestotrotz räumt Fetherstonhaugh ein, dass auch traditionelle Medien während dieses Präsidentschaftswahlkampfes eine sehr große Rolle gespielt hätten. „Was das Verständnis und die Differenziertheit der Wählerschaft anbelangt, beruht Obamas Wahlkampagne nicht nur auf dem Internet“, sondern eher auf einer Kombination „der Botschaften, des Internets und einer intelligenten Verwendung traditioneller Medien“.

Um das vollständige Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier.

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Abonnieren