Stühlerücken: Europäische Kommissionsbeamte lösen sich gegenseitig ab [DE]

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Seitdem José Manuel Barroso die neue Mannschaft der EU-Kommissare vorgestellt hat, hat sich das Personalkarussell für hohe EU-Beamte in Gang gesetzt. Es geht um einige der mächtigsten EU-Posten in Brüssel.

Seitdem der Nominierungsprozess der engsten Mitarbeiter der Kommissare – der Kabinettchefs und der Generaldirektoren, welche die Abteilungen der Kommission leiten – im Gang ist, wechseln die Spitzenbeamten gemäß internen Rotationsvorschriften zwischen Schlüsselpositionen.

Diese hochrangigen Beamten agieren im Vergleich zu den Kommissaren zwar stärker im Hintergrund, haben jedoch großen Einfluss auf die politischen Entscheidungen in Brüssel.

Im Gegensatz zu den Berichten über die für den 26. Januar 2010 angekündigte Abschlussabstimmung über die neuen Kommissare wurde über die anstehenden Benennungen der Spitzenbeamten wenig geschrieben. In diesem LinksDossier versucht EURACTIV, Licht ins Dunkel zu bringen.

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Das Kollegium der Kommissare besteht aus 27 Kommissaren, einem aus jedem Mitgliedstaat. Die Verteilung der Portfolios wird vom Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso vorgenommen. Je nach Portfolio unterstehen jedem Kommissar gewöhnlich ein oder mehrere Generaldirektionen (GD) oder Agenturen, die spezielle Politikbereiche oder Dienste umfassen.

Die Verantwortung für die Kommissionsdienststellen wurde den neuen Kommissaren vorläufig zugewiesen  und veröffentlicht, als das kommende Kollegium der Kommissare am 27. November 2009 bekannt gegeben wurde.

Derzeit wird über mehrere organisatorische Fragen aktiv innerhalb der Kommission verhandelt. Zum Beispiel umfasst das Portfolio ‚Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit’ die GD für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit (EMPL), die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) und die Europäische Agentur für Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz (EU-OSHA).

Jede GD umfasst einen bestimmten Politikbereich oder Dienst und wird von einem Generaldirektor geleitet, der dem jeweiligen Kommissar Bericht erstattet. Der Generaldirektor führt die Tagesgeschäfte der GD und hält in der Regel hinter seinem Kommissar zurück.

Kommissare werden zudem von ihren Kabinettchefs unterstützt. Wie die Generaldirektoren sind die Kabinettchefs Spitzenbeamte, die eine führende Rolle bei der Festlegung der Politikgestaltung und der Tagesordnung ihrer Kommissare spielen. Auch sie üben großen Einfluss auf die Prioritätensetzung der Politik aus.

Kabinette umfassen bis zu sieben Personen, eine Mischung aus internen Beamten der Kommission wie auch vertrauenswürdigen Personen, die der Kommissar aus seinem Heimatland mitbringt.

Die stellvertretenden Kabinettchefs spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Insbesondere wenn der Kommissar neu in Brüssel ist, wählt er als ‚chef de cab’ einen Beamten aus der Kommission und bringt einen Landsmann als dessen Stellvertreter mit nach Brüssel.

Die Auswahl der beiden Posten – Generaldirektoren und Kabinettchefs – ist keine einfache Aufgabe. Nationale und politische Proporze müssen eingehalten werden und die Kommissare sind bei der Auswahl nicht völlig frei. Nationale Regierungen, Industrievertreter, zivilgesellschaftliche Gruppen
sowie politische Parteien und Lobbyisten versuchen alle, ihren Kandidaten einzubringen.

Nachdem die neuen Kommissare ihr Amt angetreten haben, wird eine Umbesetzung der Spitzenpositionen der Generaldirektoren und ihrer Stellvertreter gemäß den eigenen Mobilitätsregelungen der EU-Exekutive notwendig. Generaldirektoren sollen nach fünf Jahren (in Ausnahmefällen sieben) auf eine andere Position wechseln. Zudem soll kein Generaldirektor aus demselben Land wie sein Kommissar kommen.

Bereits drei Rotationsrunden

Die Prodi-Kommission (1999- 2004) führte den Grundsatz ein, dass alle leitenden Beamten mindestens zwei und maximal fünf Jahre in derselben Funktion dienen. In Ausnahmefällen, wie bei bevorstehenden Pensionierungen, kann auf sieben Jahre verlängert werden.

Während Barrosos erster Amtszeit (2004-2009) fanden drei Rotationsrunden unter leitenden Mitarbeitern statt. Diese betrafen die Generaldirektoren und ihre Stellvertreter. Die erste Umbildung fand im November 2005 statt, ein Jahr nachdem die neuen Kommissare am 22. November 2004 ihr Amt angetreten hatten (EURACTIV vom 10. Dezember 2005). Die anderen beiden Umbildungen fanden im November 2006 und im Januar 2009 statt.

Die letzte Umbildung betraf einige der begehrtesten Positionen in der Kommissionshierarchie, darunter den Chef des Juristischen Dienstes und die Generaldirektoren für Wettbewerb und Umwelt. Auf die meisten dieser Wechsel wird die Ernennung der neuen Kommission keinen Einfluss haben. 

Keine zwei Spitzenbeamten zusammen aus einem Land 

Obwohl die Kommission versucht, bestimmte Positionen von einer „Zugehörigkeit“ zu bestimmten Ländern zu verhindern, sind die Stellen der Generaldirektoren und deren Stellvertreter diejenigen, an denen die nationalen Regierungen traditionell ein großes Interesse haben. 

Obwohl die Kommissare nicht ihre Länder repräsentieren, sollte zum Ausgleich nationaler Einflüsse daher „als generelle Regel der Kommissar und der für die selbe Generaldirektion zuständige Generaldirektor nicht aus dem selben Land kommen“.

Es ist kein Zufall, dass mit der Übernahme des Ressorts für Binnenmarkt und Dienstleistungen durch den französischen Politiker Michel Barnier der Brite Jonathan Faull Generaldirektor wird, derzeitig Generaldirektor der GD Justiz, Freiheit und Sicherheit. Barnier behauptete, es sei „seine Initiative“ gewesen, Faull als seine rechte Hand vorzuschlagen. Dies solle als Zeichen der Versöhnung mit London interpretiert werden, wo in manchen Kreisen die Vorstellung von der Aufsicht eines Franzosen über den Londoner Finanzdistrikt als empörend empfunden wird (EURACTIV vom 30. November 2009). 

In der Tat versuchen Mitgliedstaaten häufig, „ihr Territorium abzustecken“, ihre Macht zu sichern oder einen Kommissar dadurch zu beeinflussen, dass sie einen Generaldirektor an entscheidenden Positionen platzieren.

Gemäß der Liste der Kommissare, die am 27. November 2009 von Präsident Barroso enthüllt wurde, werden lediglich zwei Generaldirektoren wegen ihrer Nationalität ersetzt werden müssen. Die derzeitige Generaldirektorin des Amts für Veröffentlichungen Martine Reicherts und ihre neue Kommissarin Viviane Reding kommen beide aus Luxemburg. Das gleiche gilt für Fokion Fotiadis, Generaldirektor der GD für Maritime Angelegenheiten und Fischerei, der wie die designierte Kommissarin Maria Damanaki griechisch ist.

Sollten allerdings nach den Anhörungen im Europäischen Parlament einige Kandidaten zurückgezogen werden oder in ein anderes Ressort wechseln müssen, könnten weitere nationale Konflikte entstehen. Nach den letzten Anhörungen wurde zwei Kandidaten zum Rückzug gezwungen und zwei weitere mussten die Ressorts wechseln (EURACTIV vom 12. September 2004).

Wenige Generaldirektoren aus den ‚neuen’ Mitgliedstaaten

Die Politik der Kommission ist es „bei der Benennung der leitenden Beamten eine große Balance zu suchen, damit unterschiedliche Nationalitäten und Erfahrungen sich n der Verwaltung widerspiegeln.“ Bisher gibt es aber noch keinen Generaldirektor aus den ‚neuen’ Mitgliedstaaten.

Der Pole Jan Truszczynski  wird der erste Spitzenbeamte aus den Ländern der Erweiterung von 2004 sein. Er wird voraussichtlich sein Amt als Generaldirektor der Bildungs- und Kulturabteilung am 1. Mai 2010 antreten. Dies bleibt jedoch eines der weniger mächtigen Direktionen und spiegelt die Schwierigkeit der neuen EU-Mitgliedstaaten wider, ihre Beamten in Spitzenpositionen in Brüssel zu bringen.

Alle Generaldirektoren gehören zu den Gruppen AD15 oder AD 16, den höchsten Stufen im öffentlichen Dienst der EU. Nach von der Europäischen Kommission vom 1. Dezember 2009 veröffentlichten Daten  befinden sich unter den 229 AD-15-Beamten nur neun aus Mittel- und Osteuropa (drei aus Ungarn, zwei aus Tschechien, zwei aus Polen, einer aus Slowenien und einer aus der Slowakei) sowie einer aus Zypern. Auf der AD-16-Ebene ist keiner darunter (Blogactiv vom 25. November 2009).

Tabelle der zu erwartenden Veränderungen bei den Generaldirektoren:

DG Scheidender oder aktueller Generaldirektor* Beginn Mögliche (oder kürzliche) Auswechslung Hintergrund
Generalsekretariat Catherine DAY (irisch)  Nov. 2005 (Noch unklar, ob sie von Umbildung betroffen ist)
Juristischer Dienst Claire-Françoise DURAND (französisch) Dez. 2008-Juni 2009 Luís ROMERO REQUENA (spanisch, 54) Generaldirektor für GD Haushalt (2002-01/06/09)
Wirtschaft und Währung (ehemals Wirtschaft und Finanzen)  Marco BUTI (italienisch) Dez. 2008 Kein Wechsel erwartet
Communication (unter dem Kommissar f. Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft) Claus SØRENSEN (dänisch, 58) Jan. 2006 Max. 2011-2013
Unternehmen und Industrie Heinz ZOUREK (österreichisch) Nov. 2005 Max. 2010-2012
Wettbewerb Philip LOWE (britisch, 62) Sept. 2002-Sept. 2009 Alexander ITALIANER (niederlänsisch Stellvertretender Generaldirektor, GD Wettbewerb (2006-01/11/09)
Beschäftigung, Soziales und Integration (ehemals Employment, Social Affairs and Equal Opportunities) Nikolaus van der PAS (deutsch, 66) Juni 2006-Juni 2009 Robert VERRUE (französisch) Generaldirektorfor Steuern und Zollunion (07/2002-06/2009), Generaldirektor für Bildung und Kultur (2000-2005) 
Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Jean-Luc DEMARTY (französisch) 2006 Kein Wechsel erwartet
Energie (ehemals Energie und Verkehr) New DG Neue GD Claude CHENE (französisch) Generaldirektor für GD ADMIN (2004-2009)
Verkehr (ehemals Energie und Verkehr) Alfred Matthias RUETE (deutsch) 2006 Evtl. Philip LOWE (britisch, 62) falls großer Bereich Generaldirektor GD Wettbewerb(09/2002-11/2009)
Umwelt Karl-Friedrich FALKENBERG (deutsch) 01/01/2009 Kein Wechsel erwartet
Klimapolitik Neue GD: Kern von GD Klimaschutz könnte bestehende Direktion C aus GD Umwelt werden. Einrichtung vor Sommer 2010 Evtl. Philip LOWE (britisch, 62) falls großer Bereich Generaldirektor GD Wettbewerb (09/2002-11/2009)
Forschung und Innovation (ehemals Forschung) José Manuel SILVA RODRÍGUEZ (spanisch) Jan. 2006 Max. 2011-2013
Gemeinsame Forschungsstelle Roland SCHENKEL (deutsch) Nov. 2005 Max. 2010-2012
Digitale Agenda (ehemals  Informationsgesellschaft und Medien) Fabio COLASANTI (italienisch, 63) Jan. 2005 (In Ruhestand zw. März und Mai 2010)

Evtl. Heinz ZOUREK (österreichisch)

 

oder Antti PELTOMÄKI (finnisch, 53)

Generaldirektor für Unternehmen und Industrie (11/2005-jetzt)

 

Stellvertretender Generaldirektor für GD Informationsgesellschaft und Medien (Okt. 2007-jetzt)

Maritime Angelegenheiten und Fischerei Fokion FOTIADIS (griechisch) 2007 Selbe Nationalität wie Kommissar
Binnenmarkt und Dienstleistungen Jorgen HOLMQUIST (schwedisch) 2007 Jonathan FAULL (britisch) Generaldirektor für Justiz, Freiheit und Sicherheit GD (since 2003)
Regionalpolitik Dirk AHNER (deutsch) Jan. 2007 Kein Wechsel erwartet
Steuern und Zollunion, Audit und Betrugsbekämpfung (ehemals Steuern und Zollunion) Robert VERRUE (französisch) Juli 2002-01/06/09 Walter DEFFAA (deutsch) Generaldirektor Dienststelle Innenrevision (2004-01/06/09)
Bildung und Kultur Odile QUINTIN (französisch, 64) 01/01/06-01/05/10 Jan TRUSZCZYNSKI (polnisch, 59) Stellvertretender Generaldirektor Bildung und Kultur GD (2008-01/05/2010)
Gesundheit und Verbraucherpolitik Paul Robert MADELIN (britisch) 2004 Max. 2011
Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft  (ehemals Justiz, Freiheit und Sicherheit) Jonathan FAULL (britisch) 15/03/03 FAULL wird Generaldirektor für Binnenmarkt und Dienstleistungen
Außenbeziehungen Eneko LANDABRU (spanisch) 2003-01/08/09 João VALE DE ALMEIDA (portugiesisch, 52) Kabinettchef von Barroso (seit Juli 2004)
Handel David O'SULLIVAN (irisch) Nov. 2005 João AGUIAR MACHADO (portugiesisch) Stellvertretender Generaldirektor GD RELEX(Juli 2007-Juli 2009)
Entwicklung Stefano MANSERVISI (italienisch) 2004 Max. 2011
Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik (ehemals Erweiterung) Michael LEIGH (britisch) 2006 Kein Wechsel erwartet
EuropeAid Koos (Jacobus) RICHELLE (niederländisch) 2004 Max. 2011
Internationale Zusammenarbeit, Humanitäre Hilfe und Krisenreaktion (ehemals Humanitäre Hilfe) Peter ZANGL (deutsch, 63) 2008 Kein Wechsel erwartet
Eurostat Walter RADERMACHER (deutsch, 57) 04/2008 Kein Wechsel erwartet
Personal und Verwaltung Claude CHENE (französisch) 2004-Mai 2009 Irène SOUKA (griechisch) Stellvertretender Generaldirektor, GD Personal und Verwaltung (Juni 2008-April 2009) 
Informatik Francisco GARCÍA MORÁN (spanisch Nov. 2005 Max. 2010-2012
Haushalt und Finanzplanung(ehemals Haushalt) Luís ROMERO REQUENA (spanisch) June 2002-01/06/09 Hervé JOUANJEAN (französisch) Stellvertretender Generaldirektor für interinstitutionelle Beziehungen (Jan. 2007-Juli 2009)
Dienststelle Innenrevision Walter DEFFAA (deutsch, 58) 2004-01/06/09 Brian Gray (britisch) Stellvertretender Generaldirektor für Haushalt(2003-June 2009)
Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung Franz-Hermann BRÜNER (deutsch, 64) Feb. 2000-Jan. 2010 Über sieben Jahre im Amt; im Januar 2010 verstorben
Dolmetschen Marco BENEDETTI (italienisch) Jan. 2004 Max. 2011
Übersetzung Juhani (Karl-Johan) LÖNNROTH (finnisch) 2004 Max. 2011
Amt für Publikationen Martine REICHERTS (Luxemburg) August 2007 Kommissarin Reding kommt ebenfalls aus Luxemburg
Beratergremium für europäische Politik Paola COLOMBO  März 2007 Meglena KUNEVA (bulgarisch, unbestätigt) Scheidender Kommissar für Verbraucherschutz (bis Jan. 2007)

* Name + Nationalität + Alter (vom 01/01/10)

Auswahl der Kabinettchefs

Die Kommissare werden bei ihrer täglichen Arbeit ebenfalls durch ein eigenes Büro unterstützt, im Jargon der Kommission ‚Kabinett’ genannt. Einer Veröffentlichung der Beratungsfirma Hill & Knowlton vom Dezember 2009 zufolge ist die Auswahl des Kabinetts nicht einfach. Hunderte von Lebensläufen träfen ab Augenblick der Bekanntgabe der neuen Kommissare ein.

Neben der Erfahrung und der Kenntnisse des Kandidaten müssen die Kommissare eine Reihe weiterer Merkmale beachten, darunter die politische Ausrichtung der Person, Geschlecht, Sprache und geographische Ausgeglichenheit (Nord-Süd und Ost-West).

Die Nationalität spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle, da jedes Kabinett nicht mehr als fünf Mitglieder derselben Nationalität wie der Kommissar enthalten darf. Weiterhin muss der ‚Chef’ und sein Stellvertreter unterschiedlichen Nationalitäten angehören, und auch der Sprecher kann nicht aus demselben Land wie der Kommissar kommen.

Von den ‚Kabinettschefs’ wird erwartet, dass sie sich für ihren Kommissar einsetzen und seine Interessen verteidigen, insbesondere beim intensiven Lobbying, das zwischen den verschiedenen Kommissaren bei umstrittenen Themen abläuft. In der Tat sollten sich Kommissare gemäß dem ‚Kollegialitätsprinzip’ zu allen Entscheidungen auskennen, was nur aufgrund der Beratung durch kompetente Kabinettmitglieder möglich ist. 

Wie bei der derzeitigen Kommission kommt etwa ein Drittel der vorgeschlagenen neuen ‚Chefs’ aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Lediglich drei Frauen wurden als Kabinettschefinnen aufgestellt. 

Da 14 Kommissare, einschließlich des Präsidenten, bereits Mitglieder des scheidenden Kollegiums waren, werden viele der derzeitigen Kabinettschefs ihren Kommissaren in die neuen Ämter folgen. Hill & Knowlton zufolge gehören 24 der 27 ‚Chefs’ derzeit bereits einem Kabinett an und 14 sind derzeit bereits Chefs. 

Mehrere Beamte wurden ebenfalls befördert: So werden einige Sprecher zum Beispiel Kabinettschefs. Übrigens arbeitete eine erstaunliche Anzahl der kommenden ‚Kabinettschefs’ zeitweise in der GD Wettbewerb, die als mächtigste Direktion der Kommission angesehen wird.

Tabelle der erwarteten neuen Kabinettchefs:

Kommissar Voraussichtlicher Kabinettchef Voraussichtlicher stellvertretender Kabinettchef Voraussichtlicher Sprecher
José Manuel Barroso (Präsident)

Johannes Laitenberger (deutsch)

Sprecher von Barroso

Joaquin Almunia (Wettbewerb; Vizepräsident) Carlos Martinez-Mongay (spanisch), Almunias Kabinettchef für Wirtschaft und Währung Guillaume Loriot (französisch), derzeit Referatsleiter, Korruptionsbekämpfung und Fusion in GD COMP Amelia Torres (Portuguese), derzeit Sprecherin für Wirtschaft und Währung, ehemalige Journalistin (Reuters, Diario de Noticias)
László Andor (Beschäftigung, Soziales und Integration)

Anabela Gago (portugiesisch)

Stellvertretender Kabinettschef für Steuern und Zollunion unter Kommissar Kovacs

Cristina Arigho (irisch), derzeit Sprecherin für Haushalt
Catherine Ashton (Hohe Vertreterin der Union für die Außen- und Sicherheitspolitik; Vizepräsidentin) James Morrison (britisch)

Kabinettschef von Ashton bei GD Handel

Lutz Güllner (deutsch), ehem. Sprecher von Ashton, Handel
Michel Barnier (Binnenmarkt und Dienstleistungen)

Olivier Guersent (französisch)

Chef der Kartellabteilung in GD Wettbewerb, ehemaliges Mitglied im Kabinett vom Wettbewerbskommissar

Kerstin Jorna (deutsch), ehem. Kabinettchefin für Justizkommissar J. Barrot, arbeitete für Barnier in seiner Zeit las Kommissar für Regionalpolitik Chantal Hughes (British-französisch), ehem. Sprecherin für Beschäftigung und Soziales
Dacian Ciolos (Landwirtschaft und ländliche Entwicklung)

Georg Häusler (österreichsich)

Referatsleiter für Haushalt und Audit in GD Landwirtschaft

Ionel-Sorin Moisa (rumänisch), derzeit in GD Verkehr
John Dalli (Gesundheit und Verbraucherpolitik)

Joanna Darmanin (maltesisch)

Stellvertretender Kabinettschef von Joe Borg aus Malta, derzeitiger Kommissar für Fischerei

Frédéric Vincent (französisch), derzeit Mitglied im Kabinett von Maros Sefcovic, ehem. Sprecher für Bildung
Maria Damanaki (Maritime Angelegenheiten und Fischerei)

Georgios Markopouliotis (griechisch)

Chef der Einheit für geographische Koordination in GD Wettbewerb

Oliver Drewes (deutsch, niederländisch). Derzeit Sprecher für Binnenmarkt und Dienstleistungen
Karel De Gucht (Handel)

Marc Vanheukelen (belgisch)

Kabinettschef von De Gucht

John Clancy (britisch), derzeit Sprecher Entwicklung in Übersee, ehem. Journalist (AP, Euronews)
Štefan Füle (Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik)

Simon Mordue (britisch)

Abteilungsleiter in DG Verkehr und Energie (TREN), ehem. stellvertretender Kabinettschef von Verheugen

Angela Filote (rumänisch), arbeitete in EC-Repräsentation in Bucharest und EU-Delegation in Kairo
Johannes Hahn (Regionalpolitik)

Hubert Gambs (österreichisch)

Im Kabinett von Benita Ferrero-Waldner

Nicola de Michelis (italienisch), aus GD REGIO Ton Van Lierop (niederländisch), derzeit Sprecherin für Unternehmen und Industrie, ehem. Journalistin  (niederl. Presseagentur ANP)
Connie Hedegaard (Klimapolitik)

Peter Vis (britisch)

Mitglied im Kabinett von Kommissar Andris Piebalgs für Energie

Michael Starbæk Christensen(dänisch), Senior Klimaberater im Büro des dänischen Ministerpräsidenten
Máire Geoghegan-Quinn (Forschung und Innovation)

John Bell (irisch)

Kabinettschef von Meglena Kuneva, bulgarische Kommissarin für Verbraucherschutz

Mark English (britisch), derzeit Mitglied im Dienst des Sprechers
Rumiana Jeleva (Internationale Zusammenarbeit, Humanitäre Hilfe und Krisenreaktion)

Jochen Richter (deutsch)

Stellvertretender Kabinettschef von Leonard Orban

Dimitar Kyumyurdzhiev (bulgarisch), derzeit Jelevas Kabinettchef im Außenministerium Ferran Tarradellas Espuny (spanisch), derzeitiger Energie-Sprecher
Siim Kallas (Verkehr; Vizepräsident)

Hendrik Hololei (estisch)

Stellvertretender Generaldirektor für Energie sei Juni 2009 und ehem. Kabinettschef von Kallas

Kristian Schmidt (dänisch), bleibst stellvertretender Kabinettchef bei Kallas Helen Kearns (irisch), derzeit Sprecherin für Verbraucherangelegenheiten, davor für EP-Präsident Pat Cox gearbeitet
Neelie Kroes (Digitale Agenda, Vizepräsidentin)

Antony Whelan (irisch)

Kabinettschef von Kroes

Lorena Boix Alonso (spanisch), bleibt in selber Position Jonathan Todd (britisch), Sprecher für Wettbewerb, ehem. Journalist (Europolitics, Sunday Times)
Janusz Lewandowski (Haushalt und Finanzplanung)

Marc Lemaitre (französisch)

Kabinettcshef vom scheidenden polnischen Kommissaren Samecki

Cecilia Malmström (Inneres)

Maria (Mia) Åsenius (schwedisch)

Staatssekretär von Malmström in ihrem Amt als schwedische EU-Ministerin

Laurent Muschel (französisch), derzeitiger stellvertretender Kabinettchef des scheidenden Kommissars für Justiz, Freiheit und Sicherheit J. Barrot  Michele Cercone (italienisch), derzeit Sprecher für Justiz, Freiheit und Sicherheit, ehem. Journalist (ANSA)
Günter Oettinger (Energie)

Michael Köhler (deutsch)

Kabinettchef von Kommissar Borg

Andris Piebalgs (Entwicklung)

Christopher Jones (britisch)

Leiter 'Neue und erneuerbare Energieträger' in GD TREN

Catherine Ray (französisch), derzeit Sprecherin für Wissenschaft und Forschung
Janez Poto?nik (Umwelt)

Kurt Vandenberghe (belgisch); derzeitiger Kabinettschef von Poto?nik

Matjaž Malgaj (slowenisch), derzeit Mitglied im Kabinett von Poto?nik  Joseph Hennon (irisch), derzeit Sprecher für institutionelle Beziehungen und Kommunikationsstrategie
Viviane Reding (Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft; Vizepräsidentin)

Martin Selmayr (deutsch)

Sprecher für Kommissarin Reding

Viviane Hoffmann (luxemburgisch), bleibt seit 10 Jahren in selber Position

Olli Rehn (Wirtschaft und Währung)

Timo Pesonen (finnisch)

Sonderberater für Internationales des ehem. finnischen Ministerpräsidenten Paavo Lipponen

Stéphanie Riso (französisch), derzeit Mitglied im Kabinett von Joaquín Almunia, verantwortlich für Euro-Gruppe und WWU Amadeu Altafaj Tardio (spanisch), derzeit Mitglied im Dienst des Sprechers, ehem. Journalist (El Mundo, spanische Nachrichtenagentur EFE). 
Maroš Šef?ovi? (Vizepräsident der Kommission für interinstitutionelle Beziehungen und Verwaltung) Juraj Nociar (slowakisch), ehem. stellvertretender Ständiger Vertreter der Slowakei Bernd Bievert (deutsch), derzeit Mitglied im Kabinett von Šef?ovi? Michel Mann (britisch), derzeit Sprecher für Landwirtschaft, ehem. Journalist (Agra Europe, European Voice, Financial Times)
Algirdas Šemeta (Steuern und Zollunion, Audit und Betrugsbekämpfung)

Stephen Quest (britisch)

Kabinettschef für Steuern und Zollunion, Audit und Korruptionsbekämpfung

Emer Traynor (irisch), derzeit Pressereferent für Steuern, Zollunion und Verbraucherschutz
Antonio Tajani (Industrie und Unternehmen; Vizepräsident)

Antonio Preto (italienisch)

Kabinettschef von Tajani

Diego Canga Fano (spanisch), Anwalt in Spanien, bevor er 1991 EU-Beamter wurde Fabio Pirotta (maltesisch), derzeit Sprecher für Verkehr
Androulla Vassiliou (Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend)

Philippe Brunet (französisch)

Kabinettschef für Gesundheit

Despina Spanou (zypriotisch), bleibt stellvertretende Kabinettchefin Dennis Abbott (britisch), derzeit Sprecher für Regionalpolitik, ehem. Journalist (The Sun und European Voice)
  • 27. Nov. 2009: Verkündung der Ressort-Zuteilungen in der neuen Kommission (EURACTIV vom 27. November 2009).
  •  1. Dez. 2009: Lissabonvertrag tritt in Kraft (EURACTIV vom 1. Dezember 2009).
  •  Dez. 2009: Die neuen Kabinette nehmen informell ihre Arbeit mit den designierten Kommissaren auf.
  •  11.-19. Jan. 2010: Anhörungen der Kommissare  im Europäischen Parlament. 
  •  26. Jan. 2010: Abschlussabstimmung über die gesamte Kommission (9.00-11.00 Plenardebatte; 11.00-12.00 Treffen der Fraktionen; 12.00-13.00 Abstimmung im Plenum).
  •  1. Feb. 2010: Erwarteter Amtsantritt der neuen Kommission.
  •  Anfang Feb. 2010: Offizielle Verkündung des gesamten Kabinetts.
  •  Später, vermutlich in mehreren Wellen: Rotation der Generaldirektoren, die nicht unlängst gewechselt haben.

 

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