Die Malteser fangen bereits mit fünf Jahren an, eine Fremdsprache zu erlernen, an finnischen Schulen werden bis zu vier verschiedene Fremdsprachen gelehrt und 80% der Dänen sprechen eine andere Sprache fließend. Die wachsende Mehrsprachigkeit in Europa bedeutet jedoch vor allem, dass Englisch zunehmend die lingua franca von Europa ist, so Lindsey Evans in diesem Artikel von café babel.
Auszug:
Mehrsprachige Kommunikation ermöglicht internationale Zusammenarbeit, interkulturelles Verständnis und stärkt unseren Sinn für Weltbürgertum. Außerdem kommt sie dem Welthandel sehr gelegen. Menschen mit sprachlichem Talent verfügen über bessere Job-Aussichten, bessere Gehirnfunktionen und, sollte der Umfrage einer britischen Dating-Agentur Glauben geschenkt werden, sogar größeren Sex-Appeal und mehr Selbstbewusstsein. Ist das nicht Grund genug, polyglott zu werden?
Diskrepanzen auf dem Kontinent
In einem Europa, wo der Gebrauch und das Erlernen von Fremdsprachen von einer Region zur nächsten höchst unterschiedlich vor sich geht, stehen viel versprechende Universalkenntnisse ganz oben auf der Tagesordnung. 2002 appellierte der Europäische Rat in Barcelona an die Notwendigkeit „der Verbesserung der Beherrschung grundlegender Fähigkeiten, insbesondere durch das Lehren von mindestens zwei Fremdsprachen bereits in sehr jungen Jahren“. Das Eintrittsalter zum Erlernen von Fremdsprachen schwankt vom Jüngstalter von fünf Jahren in den Niederlanden bis zu einem Höchstalter von 11 Jahren in Großbritannien. Außerdem fallen das Angebot an Fremdsprachen, die Dauer des Sprachunterrichts sowie der Grad des freiwillig festgelegten oder verpflichtenden Lernens unterschiedlich aus. Zum Beispiel bieten schwedische weiterführende Schulen ein Mischsystem an, das Schülern erlaubt, selbst den Sprachenschwerpunkt auf ihren Stundenplänen zu bestimmen. Sie entscheiden selbst, welche Sprache sie wie lange und wie häufig lernen wollen; die Lehrpläne anderer Nationen sind in Punkto Sprachenunterricht restriktiver.
Ein kürzlich erschienener Eurydice-Bericht über das Sprachenlernen in Europa zeigt einige viel versprechende Gesamtentwicklungen, und enthüllt, dass Mehrsprachigkeit im Kommen ist. Das Erlernen zumindest einer Fremdsprache ist in fast allen Ländern Pflicht, und zwei Fremdsprachen sind die Regel. Die Dauer des vorgeschriebenen Lernens ist seit 1994 um etwa ein Schuljahr gestiegen. Des Weiteren reagierten viele Länder, zum Beispiel Belgien, Dänemark, Griechenland, Österreich und Italien, auf den Aufruf zur früheren Integration von Sprachunterricht in den Grundschulen.
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Der Volltext dieses Artikels ist auf der Website von café babel verfügbar.
