In diesem Artikel für politik&kommunikation analysiert Elisabeth Engel den Mehrwert, den deutsche Botschaften im Ausland für dort tätige Unternehmen bilden. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte die Außenwirtschaftsförderung 2005 zur Schwerpunktaufgabe deutscher Außenpolitik gemacht.
Neben der Staatsform des Gastlandes bestimme auch die Intensität der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen den Stellenwert der deutschen Botschaften für Unternehmen im Ausland. Jede deutsche Botschaft habe mittlerweile mindestens einen Wirtschaftsattaché, in Peking sind mittlerweile 23 Mitarbeiter mit Wirtschaftsfragen betraut.
Es bestehe ein „Kosmos“ staatlicher und privatwirtschaftlicher Akteure im Umfeld des Botschafters. Träfen in diesem Umfeld das fachliche Know-how der Unternehmer und das Geschick des Botschafters zusammen, ein positives soziales Umfeld zu generieren, werde die Botschaft zur Kontaktbörse, so Engels.
Während in amerikanischen, französischen oder britischen Botschaftsgebäuden Unternehmen mit Lobbybüros vertreten seien, bestehe zwischen deutschen Botschaften und im Ausland ansässigen deutschen Unternehmen eine räumliche Trennung. 120 Wirtschaftskammern in 80 Ländern beraten vor allen in rechtlichen und wirtschaftspolitischen Fragen. Einfluss auf die Politik des Gastlandes könnten solche Kammern jedoch in der Regel nicht nehmen, diese Rolle verbliebe bei den Botschaftern. Dabei, so Engels, relativiere sich die Notwendigkeit, diplomatische Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, proportional zur Größe des Unternehmens.
Große Unternehmen würden vielmehr ihre Geschäfte über den direkten Kontakt zu Schlüsselpersonen des Gastlandes auf Delegationsreisen mit dem Außenminister einfädeln. Für kleine und mittelständische Unternehmen hingegen könne die Botschaft eine Form „politischen Flankenschutzes“ bieten und als Türöffner dienen. Hier, so Engel, wirke der Botschafter wie ein verlängerter Arm, wenn es den Unternehmen an eigenem Personal, Netzwerken oder Fachwissen mangelt.
Besondere Bedeutung gewinne der Botschafter, wenn die bilateralen Beziehungen in die Waagschale geworfen werden könnten, was, so Engel, in Moskau viel häufiger der Fall sei, als beispielsweise in Neu-Delhi. In demokratischen und marktwirtschaftlichen Systemen hingegen bliebe politische Lobbyarbeit von Botschaften wirkungslos.
Generell ende die Vertretung privatwirtschaftlicher Interessen durch die Botschaften da, wo sich die Botschafter in rechtlichen Grauzonen bewegen oder moralische Einbußen für Deutschland riskiert würden.
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