Nur jeder zweite Europäer glaubt noch an die Gemeinschaftswährung. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen hervor.
"Auch in fünf Jahren wird es den Euro noch geben" – dieser Aussage stimmt lediglich eine knappe Mehrheit der Europäer zu (52%). Dies ist ein zentrales Ergebnis der neuesten Europauntersuchung der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, für die in persönlichen Interviews über 11.000 Personen in zehn Ländern befragt wurden.
Hierbei zeigt sich ein geteiltes Europa: Während mehr als vier von fünf Dänen an das Überleben des Euros glauben und immerhin noch die Mehrheit der Franzosen, Holländer, Spanier und Griechen, behauptet dies lediglich etwa jeder vierte Pole und Brite. Ebenfalls in Deutschland steht eine knappe Mehrheit der Bevölkerung dem Euro zweifelnd gegenüber. Hierbei äußern sich die Ostdeutschen (41%) zurückhaltender als die Bürger im Westen der Republik (52%).
Bei der Beantwortung der Frage, spielt aber auch das Einkommen eine wichtige Rolle: Während Befragte mit einem niedrigen Haushaltsnettoeinkommen (unter 1.000€: 40%) nur selten an die Zukunftsfähigkeit der Währung glauben, ist das Vertrauen bei den Besserverdienenden (über 2.500€: 68%) deutlich höher.
Die großen Unterschiede in den einzelnen Ländern überraschen Professor Dr. Ulrich Reinhardt, den Wissenschaftlichen Leiter der BAT-Stiftung, nur teilweise: "Die Dänen glauben an die Zukunft Europas und des Euros, wollen aber ihre dänische Krone behalten – auch wenn diese an den Euro gebunden ist. Die Franzosen, Spanier und Griechen äußern Zweckoptimismus, da sie wissen, dass sie ohne den Euro wirtschaftlich große Herausforderungen bestehen müssten. Das Vertrauen der Deutschen und der Österreicher in die Gemeinschaftswährung wird durch die Angst vor Misswirtschaft in anderen Nationen gelähmt. Die Polen warten lieber erst einmal das Ende der Finanzkrise ab, bevor sie den Euro einführen. Derzeit ist die Zustimmung dazu in der Bevölkerung auch recht gering, da eine Verteuerung befürchtet wird. Und die Briten äußern sich traditionell kritisch zum Euro und hoffen auf ein wieder erstarktes britisches Pfund".
Stiftung für Zukunftsfragen

