Merkel und Hollande für mehr Integration in EU?

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande sprechen sich für mehr Integration in der EU aus. Foto: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft für die Schaffung eines stabilen Europa unterstrichen. Zusammen mit François Hollande warb sie im französischen Reims für mehr politische Integration in der EU.

Angela Merkel sprach am Sonntag bei einer Gedenkfeier aus Anlass des 50. Jahrestages der sogenannten Versöhnungsmesse im französischen Reims von einer einzigartigen Freundschaft und einem kostbaren Erbe, das man pflegen müsse. Dabei gehe es nicht nur um die beiden Völker, sondern um Europa als Ganzes, gerade in der aktuellen Krise. "Denn Europa, das ist weit mehr als eine Währung", sagte sie. "Und unverzichtbar dafür sind die deutsch-französischen Beziehungen." Beide Länder hätten die europäische Einigung maßgeblich vorangebracht, aber nicht als exklusive Partnerschaft, sondern offen für andere.

Es gelte, Europa weiterzuentwickeln und ihm einen Platz in der Welt des 21. Jahrhunderts zu sichern, sagte Merkel. Mit der Staatsschuldenkrise stehe Europa vor einer großen Bewährungsprobe. Es gelte, die europäische Wirtschafts- und Währungsunion nun auf politischer Ebene zu vollenden. "Das ist eine Herkulesaufgabe, ohne Frage. Aber Europa kann diese Herkulesaufgabe bewältigen", sagte die Kanzlerin. Ein einiges Europa könne das schaffen.

Eine starke Basis dafür bilde die deutsch-französische Freundschaft. Merkel mahnte aber: "Die Freundschaft unserer Nationen und Völker ist alles andere als selbstverständlich." Daran müsse von Generation zu Generation beständig weiter gearbeitet werden. "Wenn wir einig sind, können wir alle Herausforderungen bewältigen, vor die wir gestellt sind: zum Wohle unserer beiden Völker und zum Wohle Europas", unterstrich die Kanzlerin.

Frankreichs Präsident François Hollande erklärte, eine enge Kooperation beider Länder gerade in der aktuellen Euro-Schuldenkrise könne helfen, die aktuellen Herausforderungen wie die Verteidigung der Gemeinschaftswährung oder in der Energiepolitik zu bestehen.

Der Besuch in Reims bildet einen Auftakt zum deutsch-französischen Jahr, das am 22. September in Ludwigsburg offiziell eröffnet wird. Mit der Feier erinnerten Merkel und Hollande an die Versöhnungsmesse in der Kathedrale von Reims, bei der vor 50 Jahren Bundeskanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle die deutsch-französische Freundschaft 17 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges besiegelt hatten. Merkel und Hollande würdigten diesen Akt als einen mutigen Neuanfang, mit dem eine lange Geschichte zwischen beiden Völkern von Kriegen, Blutvergießen und Leiden endgültig überwunden worden sei.

EURACTIV/rtr/dto

Links

EURACTIV Brüssel: France, Germany push for ‚more Europe‘ at memorial (9. Juli 2012)

EURACTIV Frankreich: A Reims, Merkel et Hollande renouvellent l’amitié franco-allemande (9. Juli 2012)

Dokumente

Bundesregierung: Gedenkfeier zur deutsch-französischen Versöhnung (8. Juli 2012)

Bundeskanzlerin.de: Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag der Versöhnungsmesse (9. Juli 2012) 

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