Martin Schulz und das „Schicksal der deutschen Nation“

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und Moderatorin Anne Laumen (v.r.n.l.) während einer Diskussion mit Schülern im Berliner Schiller-Gymnasium. Foto: EBD/K.Neuhauser

Europa sei etwas für Menschen, die danach streben, die gemeinsamen Werte Europas zu verteidigen, sagte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Dabei sei es das „Schicksal der deutschen Nation“, ständig unter besonderer Beobachtung zu stehen.

Beim Jubiläumsfest "60 Jahre Europäischer Wettbewerb" am Montag (16. September 2013) war EU-Parlamentspräsident Martin Schulz zu Gast im Berliner Schiller-Gymnasium. Seine Rede und die anschließende Diskussion mit Schülern zum Thema "Europa – Nur was für Streber?" waren Höhepunkt des Festaktes. Schulz war für die Feierlichkeiten extra aus Brüssel angereist.

Europa sei etwas für Menschen, die danach streben, die gemeinsamen Werte Europas zu verteidigen, erklärte Schulz und nannte Beispiele wie die Meinungsfreiheit, die Möglichkeit zu wählen und das Folterverbot. Das europäische Projekt sei etwas Einzigartiges in der Menschheitsgeschichte, so der 57-Jährige.

Dabei bezeichnete es Schulz als das "Schicksal der deutschen Nation", ständig unter besonderer Beobachtung zu stehen: Deutschland sei nicht nur das reichste, sondern auch das bevölkerungsreichste Land im Zentrum Europas. Entscheidend sei, wozu es seine Stärke nutze.  

Jedoch kritisierte er, dass nationale Politik oft gegen die europäische ausgespielt würde. Gesetze, die ursprünglich vom EU-Parlament verabschiedet wurden, würden vor allem als nationale Erfolge gefeiert, sagte Schulz. Nationale Identitäten spielten somit nach wie vor noch eine große Rolle.

Leider machten sich Politiker allzu oft nicht die Mühe, zusammen mit jungen Leuten über Europa zu reden, bemängelte der Parlamentspräsident. Eine europäische Medienöffentlichkeit könne man jedoch nicht künstlich erschaffen. Vielmehr sollte durch mehr Transparenz, jungen Menschen klargemacht werden, worum es bei Europa ginge. Schulz machte sich auch für eine Erweiterung des ERASMUS-Programms für beispielsweise Nicht-Studierende oder Behinderte stark.

Europäischer Wettbewerb Kompakt

Der Europäische Wettbewerb unterstützt jedes Jahr Tausende von Schülern in Deutschland, sich kreativ mit Europa auseinanderzusetzen: Unter einem vorgegebenen Motto werden Ausstellungen vorbereitet, Vorträge gehalten und Workshops angeboten.

Allein im vergangenen Jahr hatten sich über 73.000 Schüler und ungefähr 1.000 Schulen aus ganz Deutschland daran beteiligt. Der Europäische Wettbewerb gilt als einer der renommiertesten Schülerwettbewerbe bundesweit und wird seit seiner Gründung von der Europäischen Bewegung Deutschland organisiert.

kagl

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