Janusz Lewandowski hat Deutschland zu einer raschen Regierungsbildung gedrängt. Zudem erwartet der EU-Haushaltskommissar von der Bundesrepublik größere Anstrengungen zur Ankurbelung der Konjunktur.
Die Bundesrepublik müsse in Europa Stabilität und Vorhersagbarkeit verkörpern, das sei wichtig, sagte Janusz Lewandowski dem Handelsblatt. "Insofern hoffen wir, dass sich bald eine stabile neue Regierung bildet."
Schließlich komme Deutschland in Europa eine besondere Verantwortung zu, etwa bei der Entwicklung der neuen Euro-Zonen-Architektur. Es gehe darum klarzumachen, was in der Euro-Zone zu deren Verteidigung nötig ist und was nicht. Eine Stärkung der Binnennachfrage in Deutschland wäre im Übrigen "hilfreich", um Ungleichgewichte in Europa abzubauen.
Lewandowski erwartet von Deutschland größere Anstrengungen zur Ankurbelung der Konjunktur. "Ich bin kein Keynesianer, allerdings wäre eine Stärkung der Binnennachfrage, zum Beispiel durch Investitionen im Infrastrukturbereich, hilfreich, um Ungleichgewichte in Europa abzubauen."
Zum aktuellen EU-Haushalt wies Lewandowski darauf hin, dass Griechenland in diesem Jahr 24 Prozent mehr Geld aus den europäischen Strukturfonds abrufen wird als noch im April geplant.
"Das ist für mich eine gute Nachricht", versicherte er. Dies zeige nämlich, dass es in Griechenland vorangehe und dass dort wieder investiert werde. Offenbar sei die Verwaltung in dem Euro-Land zunehmend in der Lage, Investitionsprojekte aufzusetzen und auf den Weg zu bringen.
EURACTIV/rtr/dto
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Handelsblatt: Lewandowski fordert von Deutschland Verlässlichkeit (1. Oktober 2013)

