Die europäischen Grünen haben die Sommerpause genutzt, um Ideen für ihre politische Kampagne im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament im nächsten Jahr zu sammeln. Die Teilnehmer der Sommeruniversität kamen aus allen Teilen Europas.
Neben Energie und Klimawandel war die Zukunft Europas nach der irischen Ablehnung des Vertrags von Lissabon ein zentrales Thema, für welches die Grünen neue Ideen bei ihren Mitgliedern suchten. Dies geschah durch eine Reihe von Arbeitskreisen und Podiumsdiskussionen.
Das Treffen fand symbolisch in den an der deutsch-polnische Grenze gelegenen Städten Frankfurt an der Oder und S?ubice vom 28. bis zum 31.August 2008 statt. Nach Angaben der Organisatoren nahmen über 800 Personen aus 42 unterschiedlichen Ländern teil.
„Es geht darum, die Gräben zwischen Ost und West, Nord und Süd, politischer Elite und Bürgerinnen bzw. Bürgern zu überbrücken und eine gemeinsame Zukunft in Europa neu zu denken“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz (Grüne/EFA) im Europäischen Parlament Daniel Cohn-Bendit.
Die nächsten Europawahlen seien eine gute Gelegenheit um eine politische Richtung festzulegen und eine positive politische Haltung anzunehmen, sagte Cohn-Bendit. Bei solchen Schlüsselthemen wie der Energiekrise und dem Klimawandel müsse unbedingt sofort gehandelt werden. Der Wahlkampf der Grünen müsse dieses Dringlichkeitsempfinden widerspiegeln.
Der Vorsitzende der Grünen, der zur Kultfigur avancierte, als er die 68er-Studentenbewegung in Paris anführte, lobte die besondere Herangehensweise seiner Partei an den Wahlkampf im Vorfeld der Europawahlen. Wenn die Grünen über Europa sprechen würden, würden sie deutlich machen, dass sie Europa unterstützten und es stärken wollten. Dies unterscheide sie von anderen politischen Parteien, so Cohn-Bendit.
Die Grünen seien die ersten gewesen, die einen einheitlichen europäischen Wahlkampf im Vorfeld von Europawahlen betrieben hätten und auch dieses Mal würden sie zeigen, dass sie eine wirklich europäische Partei seien, die über die Grenzen nationaler Wählerschaften hinaussehe, sagte Cohn-Bendit.
In der Zwischenzeit neigten die traditionell stattfindenden politischen Sommerschulen in Frankreich dazu, sich stärker als gewöhnlich auf Europa zu konzentrieren, da das Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat (EURACTIV France).
Cohn-Bendit, der derzeit als deutscher Abgeordneter für die Grünen im Europäischen Parlament sitzt, wurde gebeten, die französische Wahlkampagne für ‚Les Verts‘ im Jahr 2009 zu leiten. Allerdings sagte er, er werde das Angebot nur annehmen, wenn die Liste erweitert werde und auch andere Umweltorganisationen, Vertreter der Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen umfasse.
Eine Entscheidung wird für den 13. und 14.September erwartet, wenn sich die Parteispitzen der französischen Grünen treffen.

