Französischer Nationalfeiertag mit Beteiligung aus der EU [DE]

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Präsident Nicolas Sarkozy hat den Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag einen europäischen Anstrich verliehen, indem er EU-Verteidigungskräfte einlud, sich an der traditionellen Parade auf den Champs-Élysées zu beteiligen.

Die Flaggen der EU und Frankreichs wehten Seite an Seite, als Truppen aus allen EU-Mitgliedstaaten sich am 14. Juli 2007 erstmals an der traditionellen Parade beteiligten. Damit wurde dem Sturm auf die Bastille im Jahr 1789 gedacht, mit dem die Französische Revolution begann.

Seit seiner Wahl im Mai 2007 ist Sarkozy bemüht, sein Bekenntnis zur EU sowie die ‚Rückkehr’ von Frankreich nach Europa zu demonstrieren. Während der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag wurde die europäische Hymne gespielt und die Schuman-Erklärung, welche zur Europäischen Gemeinschaft führte, verlesen.

In Bezug auf den 50. Jahrestag der EU betonte der französische Präsident, dass die nationalen Feiern auch eine europäische Feierlichkeit seien. Er sagte: „Es ist eine Parade der Streitkräfte, aber wir feiern den Frieden und die Einheit.“

Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der Präsident des Europaparlaments Hans-Gert Pöttering, der Hohe Repräsentant der EU für Äußere Angelegenheiten Javier Solana, und der aktuelle EU-Präsident und portugiesische Premierminister José Socrates, nahmen ebenfalls an den Feierlichkeiten teil.

Barroso begrüßte die Initiative. Er sagte, es sei „mehr als ein Symbol“ und habe „eine sehr starke politische Bedeutung“ für Frankreich und ganz Europa. In Zeiten der Globalisierung sei es notwendig, die Interessen und Werte der EU gemeinsam als Europäer zu verteidigen. Barroso betonte außerdem, dass er keinen Widerspruch zwischen Patriotismus und dem „europäischen Geist“ sehe.

„Die Basis für eine europäische Verteidigung besteht“, sagte Sakzoy vor den europäischen Verteidigungsministern und Vertretern des französischen Militärs, und fügte hinzu, man müsse sie nur wachsen lassen. Damit erneuerte er seine Forderungen nach einer gemeinsamen EU-Verteidigung. Er wolle, dass Europa fähig sei, seine Sicherheit unabhängig von anderen zu gewährleisten, so Sarkozy weiter.

Der französische Präsident brach auch mit der Tradition, eine Ansprache und ein Interview im Fernsehen zur Lage der Nation anlässlich des Nationalfeiertages abzugeben. Außerdem verweigerte er die traditionellen Massenbegnadigungen für wegen geringfügiger Vergehen Verurteilter.

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