Während eines Bürgertreffens am Wochenende in Brüssel wurden die Ergebnisse von Projekten der teilnehmenden Demokratie vorgestellt, die im vergangenen Jahr durchgeführt worden waren. Es wurde mehr Engagement der EU in den Bereichen Soziales, Migration, Umwelt und Bildung gefordert. Die Botschaft wird im Vorfeld des Gipfels am 14. Dezember 2007 in Brüssel an die EU-Staats- und Regierungschefs übermittelt werden.
Die Bürger richteten ihre Empfehlungen an die EU-Staats- und Regierungschefs, die sich diese Woche in Lissabon und Brüssel treffen werden, um den neuen EU-Vertrag zu unterzeichnen und um ihr regelmäßig Ende des Jahres stattfindendes Gipfeltreffen abzuhalten.
Die Ergebnisse stammen aus den sechs Plan D-Projekten – einschließlich Debatten, Konsultationen und Befragungen in der gesamten EU. Sie waren im vergangenen Jahr von der Europäischen Bewegung International, der King Baudouin Foundation, Notre Europe, der Deutschen Gesellschaft, dem Europahaus Budapest und CENASCA-CISL organisiert worden.
Die Bürger wollen besser einbezogen werden und forderten, dass das Thema „EU“ in die nationalen Stundenpläne für Universitäten und Schulen aufgenommen werde. Sie wünschen außerdem eine ‚direktere Teilnahme’ durch regelmäßige Konsultationen, Debatten und öffentliche Anhörungen. Diese Forderung wurde von der Kommunikationskommissarin Margot Wallström befürwortet. Sei sprach sich für die Organisation von ‚Bürgergipfeln’ parallel zu den regelmäßig stattfindenden europäischen Gipfeln aus, während der die Staats- und Regierungschefs die grundlegende politische Richtung der Union bestimmen.
Während der Abschlusskonferenz des Plan D am 9. Dezember 2007 betonte Wallström, dass die ‚öffentliche Debatte entscheidend’ für die europäische Demokratie sei. Sie sei das ‚Herzstück’ der Demokratie. Es sei jedoch auch ein Dialog zwischen den Menschen und den politischen Entscheidungsträgern notwendig. Repräsentative Demokratie müsse von einer deliberativen und teilnehmenden Demokratie begleitet werden.
Die Bürger hätten sehr konkrete Vorstellungen davon, was die EU tun sollte. Beispielsweise in den Bereichen Sozial- und Kohäsionspolitik wollten die Bürger, dass die Union das Problem Schwarzmarkt angehe, die Gehaltskluft mindere, Geschlechtergleichstellung fördere und Arbeitslosigkeit verringere. Die Bürger erachteten zudem Migration als eines der ‚dringlichsten Probleme’, das die EU angehen müsse. Sie sprächen sich ebenfalls für eine stärkere Rolle der EU auf der Weltbühne aus. Sie solle mit einer ‚einzigen Stimme’ sprechen, die europäischen sozialen, energiepolitischen und umweltpolitischen Standards verteidigen sowie Freihandel und Entwicklung fördern.

