Bürger unterzeichnen eine Petition für Ms. Europa [DE]

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Innerhalb nur eines Tages wurden 1 000 Unterschriften für eine Internet-Petition gesammelt, die fordert, dass die Staats- und Regierungschefs wenigstens eine Frau als Kandidatin für einen der vier „Top-Jobs“ der EU bestimmen.

Die dänische sozialdemokratische Europaabgeordnete Christel Schaldemose rief die Bürgerinitiative ins Leben – die Internetseite ‚Females in Front’. Ihr Ziel ist es, eine Million Unterschriften von europäischen Bürgern zu sammeln, in der Hoffnung, die endgültige Entscheidung der Staats- und Regierungschefs der EU-Länder zu beeinflussen.

Innerhalb der kommenden zwölf Monate müssen vier Führungspositionen besetzt werden: der Präsident des EU-Ministerrats, der Präsident des Europäischen Parlaments, der Präsident der Europäischen Kommission und der Hohe Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik (siehe unser LD über Mr. Europa).

Mindestens einer dieser Posten sollte von einer Frau eingenommen werden, betonte Schaldemose. Sie fügte hinzu, die EU könnte ihre Bürger viel besser vertreten, wenn eine oder mehrere der Positionen von einer Frau besetzt würden. Dies würde auch die Legitimität der Europäischen Union insgesamt erhöhen.

Eine Frau wurde wiederholt als mögliche Kandidatin für den EU-Top-Job genannt: die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Kürzlich veröffentliche EU-Kommissarin Margot Wallström einen Artikel in der Financial Times, der den Titel „Europe’s old boys need to make way for women“ (deutsch: Europas alte Herrn müssen den Weg für Frauen frei machen) trug und der noch weitere Namen in den Raum wirft. 

Laut Stanley Crossick, einem erfahrenen Politikanalytiker und Gründungsvorsitzender des European Policy Centre (EPC), sei Merkel die einzige Person, die die Autorität und Fähigkeit besitze, die Wichtigkeit der Troika zu gewährleisten. Sie würde zudem zu einem anderen wünschenswerten Kriterium beitragen: der Ausgewogenheit zwischen den Geschlechtern (siehe auch Crossicks Blog-Eintrag auf Blogactiv). Eine jüngste Meinungsumfrage (EURACTIV vom 7. April 2008) zeigte, dass Angela Merkel von den EU-Bürgern als die einflussreichste politische Führungskraft in der Union angesehen wird. Bisher hat Merkel jedoch keinerlei Absicht gezeigt, der nationalen Politik den Rücken zu kehren, um stattdessen den EU-Top-Job wahrzunehmen.

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