Die Schiefergasförderung gewinnt an Aufmerksamkeit. Das betrifft auch Österreich, wo große Schiefergasvorkommen im Weinviertel vermutet werden.
Die OMV, Österreichs international tätiges Energieunternehmen, widmet der Schiefergasförderung Aufmerksamkeit. Kritisch verfolgt von Umweltschützern. Was bereits im Herbst 2012 dazu führte, dass nach einem Proteststurm in der Öffentlichkeit, Bohrungspläne öffentlich auf Eis gelegt wurden. Offizielle Begründung: "Das Projekt macht zurzeit wirtschaftlich keinen Sinn."
Offensichtlich aber wurden die Pläne doch nicht wirklich begraben, bestenfalls auf Eis gelegt und das schmilzt bekanntlich. Für Aufregung sorgt nun die Tatsache, dass derzeit Spezialfahrzeuge über die Felder der betroffenen Region rollen. Dazu heißt es bei der OMV: Die Spezialfahrzeuge seien nur im Einsatz, um neue Öl- und Gasvorkommen aufzuspüren. So würde der Messtrupp einer polnischen Spezialfirma auf einer Fläche von 250 Quadratkilometern die geologische Beschaffenheit des Erduntergrundes untersuchen. Diese Untersuchungen würden einen drei-dimensionalen Einblick in den Aufbau der Gesteinsschichten ergeben.
Die Auswertung dieser Messungen werde ca. ein Jahr dauern. Und erst dann kann mit einer 50-prozentigen Trefferquote gesagt werden, ob sich im Weinviertel Öl oder Gas befindet und ob sich eine Bohrung auszahlt.
Tatsache ist jedenfalls, dass unter Energieexperten von einem riesigen Schiefergas-Vorrat nordöstlich der Bundeshauptstadt Wien gesprochen wird. Bei einer ab 2020 beginnenden Gewinnung, so heißt es, könnte Österreich 30 Jahre lang zur Gänze mit Gas versorgt werden. In Zeiten allgemeiner Energieverknappung ein interessanter wirtschaftlicher Faktor.
Dabei ist Österreich bezüglich seiner Energieversorgung in einer vergleichsweise guten Lage. 35,7 Prozent des Gesamtverbrauchs werden durch inländische Erzeugung gedeckt. Nebst der Wasserkraft, die 30 Prozent deckt, sind es vor allem Erdgas mit 12,6 und Erdöl mit 9,3 Prozent aus heimischer Förderung die einen guten und sicheren Polster beim Energieverbrauch bilden.
Herbert Vytiska (Wien)

