Nach rund zwei Jahren sinkenden Vertrauens in den Euro und gestiegener Skepsis gegenüber der österreichischen EU-Mitgliedschaft zeichnet sich eine Stabilisierung bzw. Erholung des Meinungsbildes der Österreicher ab. Was bleibt, ist die Kritik am Umgang der EU-Länder mit der „Krise“.
Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE).
Die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft Österreichs ist seit dem letzten Jahr angestiegen. Aktuell sind 72 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Österreich EU-Mitglied bleiben sollte. Im September 2012 waren es 66 Prozent; im April desselben Jahres 64 Prozent. Die Zahl jener, die einen Austritt aus der EU befürworten, ist im selben Zeitraum von 30 auf 20 Prozent zurückgegangen.
In 45 ÖGfE-Umfragen seit Juni 1995 lag die durchschnittliche Zahl der Mitgliedschaftsbefürworter bei 71 Prozent, jene der Austrittsbefürworter bei 23 Prozent.
"Die große Mehrheit der Österreicher sieht keine Alternative zur?EU-Mitgliedschaft", analysiert Paul?Schmidt, Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik?(ÖGfE), das Ergebnis der ÖGfE-Umfrage.. "Allerdings sind die Kritik und?Skepsis an manchen Entscheidungen und Entwicklungen auf EU-Ebene?weiterhin nicht zu übersehen – das gilt besonders für die?Zusammenarbeit der EU-Länder zur Bewältigung der Finanz- und?Wirtschaftskrise."
Diese wird von nur 13 Prozent der Befragten mit?den Schulnoten "sehr gut" bzw. "gut" (September 2012: 10 Prozent)?bewertet. 40 Prozent stellen dem Krisenmanagement ein "Befriedigend" (2012: 39 Prozent), 24 Prozent ein "Genügend" (2012: 29 Prozent) und 19 Prozent ein "Nicht genügend" (2012: 22 Prozent) aus.
Trotz aller Skepsis steht auch der Euro als Währung weitgehend außer Diskussion: 71 Prozent der Befragten (September 2012: 66 Prozent) sind der Ansicht, dass die gemeinsame Währung langfristig "auf jeden Fall" bzw. "eher schon" Bestand haben wird ("eher“ bzw. "sicher nicht“ Bestand: 26 Prozent; im September 2012 waren es 30 Prozent).
Das Vertrauen in den Euro war hingegen in den letzten Jahren deutlichen Schwankungen unterworfen: Nachdem die Vertrauenswerte 2011 und 2012 kontinuierlich gesunken waren, zeigen sich im heurigen Jahr Anzeichen der Stabilisierung. Aktuell sind es (wie auch im April dieses Jahres) 48 Prozent, die ein "sehr großes“ bzw. "großes“ Vertrauen in den Euro haben (September 2012: 38 Prozent). Die Zahl jener, die "eher/sehr geringes“ bzw. „"gar kein“ Vertrauen in den Euro angaben, ist von 60 Prozent auf 51 Prozent zurückgegangen.
"Auch wenn die aktuellen Vertrauenswerte der gemeinsamen Währung von?früheren Werten noch weit entfernt sind, hat sich das Vertrauen der?Österreicher in den Euro – trotz seiner emotionalen Blitzableiterfunktion – wieder stabilisieren können", resümiert Schmidt.
Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS) im November 2013 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt.
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