Vor allem im sogenannten Kerneuropa weiß die Bevölkerung, dass es zur EU keine Alternative gibt. Umfrageergebnisse in Deutschland und Österreich liefern fast gleichlautende Ergebnisse.
Dass die Politik der Europäischen Union immer stärker das Schicksal der einzelnen EU-Länder beeinflusst, setzt sich zunehmend auch in der öffentlichen Meinung durch. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des IMAS-Institutes, die der österreichische Sozialwissenschaftler Josef Höchtl EURACTIV.de zugänglich machte.
Seine Schlussfolgerung: "Trotz allem Krisengerede: Der europäische Einigungsprozess ist viel weiter fortgeschritten, als dies manche Kritiker und sogenannte Populisten im rechten wie linken Spektrum wahrhaben wollen. Die Bevölkerung hat vor allem im Kerneuropa erkannt, dass es zur EU eigentlich keine Alternative gibt."
Auffallend ist der offenkundige Gleichklang in der öffentlichen Meinung, der zwischen Deutschland und Österreich besteht.
Auf die Frage nach der "Abhängigkeit vom Schicksal der EU" sind 72 Prozent der deutschen und 75 Prozent der österreichischen Bevölkerung der Meinung, dass diese sehr bzw. ziemlich stark ausgeprägt sei. Nur 13 Prozent in Österreich und 10 Prozent in Deutschland glauben, dass ihr Land von jenen Beschlüssen, die von der Kommission in Brüssel getroffen werden, "nicht besonders stark" betroffen ist.
Gar nur zwei Prozent sehen in beiden Ländern überhaupt keine Abhängigkeit von der EU. Und bloß 13 Prozent von der Nordsee bis zum Alpenhauptkamm haben dazu überhaupt keine Meinung.
Für den Sozialwissenschaftler Höchtl ein ermutigendes Zeichen, das die politischen Akteure auf EU- und insbesondere auch auf nationaler Ebene "anspornen sollte, mit Entschlossenheit und Nachdruck jene Ziele zu verfolgen, die notwendig sind, um die Position Europas und damit auch des Euro in einer globalisierten Welt zu festigen".
Herbert Vytiska (Wien)

