Umweltfreundliche Verkehrsprojekte sollen neue EU-Gelder erhalten [DE]

TGV_sunflowers.jpg

Eisenbahnen und Binnenwasserstraßen würden den Löwenanteil der EU-Finanzierung für die Projekte des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) für den Zeitraum 2007 bis 2013 erhalten, so eine Ankündigung der Kommission.

Die begrenzten EU-Fonds, die für die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur überall in Europa im Zeitraum 2007 bis 2013 zur Verfügung stünden, würden sich auf Projekte konzentrieren, die in Verbindung mit ‚wichtigen, grenzüberschreitenden Bereichen’ stünden, sowie auf die ‚umweltfreundlichsten Verkehrsarten’, wie Binnenwasserstraßen und Eisenbahnen. Dies sagte der Kommissar für Verkehr, Jacques Barrot, den Europaabgeordneten am 21. November 2007. 

Die Kommission erhielt von den Mitgliedstaaten 221 Projektvorschläge, wobei sich die Unterstützungsforderungen auf über 11,5 Milliarden Euro beliefen. Da der Gemeinschaftshaushalt jedoch auf 5,1 Milliarden Euro begrenzt sei, erklärte der Kommissar, dass er es vorziehe, diese Fonds auf eine begrenzte Anzahl wichtiger Projekte zu konzentrieren, anstatt sie auf alle zu verteilen. Es sagte, dies trage dazu bei, eine Hebelwirkung herbeizuführen und die Realisierung wichtiger Projekte für den Abbau bestehender Verkehrsengpässe, sowie für das reibungslose Funktionieren des Binnenmarkts zu beschleunigen.

Indem er das Engagement der EU hinsichtlich nachhaltiger Entwicklung betonte, verwies Barrot darauf, dass Binnenwasserstraßen ‚ein Maximum an möglicher Finanzierung’, nämlich 11,5% des Gesamtbudgets erhielten. Eisenbahnen würden 74,2% der gesamten Finanzierung erhalten und Straßen nur 2,7%.

Die Kommission schlägt auch vor, die Fonds zwei ‚Projekten zum Verkehrsmanagement’ zuzuteilen, die der Optimierung der bestehenden Infrastruktur dienen sollen:

  • 350 Millionen Euro an das SESAR-Projekt, dessen Ziel es ist, einen ‚einzelnen europäischen Himmel’ zu schaffen, der dazu beitragen würde, mit der steigenden Anzahl von Flügen, die von europäischen Flughäfen starten und landen, zurechtzukommen, sowie den Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen zu senken.
  • 100 Millionen Euro für intelligente Straßenverkehrssysteme, die dazu beitragen könnten, die Kapazität der Infrastruktur zu optimieren, die Intermodalität zu fördern und die Sicherheit von Straßennetzen zu verbessern.

Der EU-Kommissar für Verkehr, Jacques Barrot, erklärte, dass die Finanzierungsmöglichkeiten der Kommission konzentrierter seien als in der Vergangenheit, was eine ‚Hebelwirkung’ habe, um die Realisierung wichtiger Infrastrukturen in Europa zu ermöglichen oder zu beschleunigen.

Barrot betonte, hätte man allen Projekten diesen starken Impuls verleihen wollen, die während des siebenjährigen Zeitraums die Unterstützung der Gemeinschaft verdienten, wären es nicht 5,1 Milliarden Euro gewesen, die man hätte veräußern müssen, sondern 7,4 Milliarden Euro. Er fügte hinzu, konfrontiert mit diesen Unzulänglichkeiten im EU-Haushalt, müssten Mitgliedstaaten ihre Verantwortlichkeiten erfüllen, indem sie zusätzliche nationale Gelder, die für die Verwirklichung des TEN-V notwendig seien, freimachten.

Der französische, sozialdemokratische Europaabgeordnete, Gilles Savary, begrüßte die ‚rigorose und transparente’ Kommissionsentscheidung über die Wahl der Projekte. Er sagte, die Kommission habe es erfolgreich vermieden, Gelder in ‚wirkungsloser und ineffizienter’ Weise zu verpulvern, zu Gunsten einer Ansammlung von Krediten für grenzüberschreitende Regionen und Engpässe. 

Er betonte das paradoxe Verhalten der Mitgliedstaaten, die mit 168 Vorschlägen, im Wert von 11,5 Milliarden Euro, auf die ersten Projektausschreibungen reagiert hätten, nachdem sie gerade einmal 5,111 Milliarden Euro für das TEN-V-Budget für den Zeitraum 2007 bis 2013 bewilligt hätten.

Savary begrüßte ebenfalls die Entscheidung der Kommission, eine vorrangige Finanzierung für die saubersten Verkehrsmittel vorzuschlagen.

Die Gemeinschaft der Europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften (GEB)  begrüßte ebenfalls die Pläne der Kommission. Sie bedauerte jedoch, dass die Gesamthöhe der zur Verfügung stehenden Mittel weitaus niedriger sei, als die, die man benötige.

Der Geschäftsführer der GEB, Johannes Ludewig, sagte, EU-Fonds seien nur ein kleiner Teil dessen, was Europa in Verkehrsinfrastrukturen investieren müsse, um mit dem zunehmenden Frachtverkehr auf dem gesamten Kontinent zurechtzukommen.

Ludewig ist der Meinung, dass, bis 2020, eine Gesamtinvestition von insgesamt 145 Milliarden Euro benötigt werde, um die notwendigen Kapazitäten für Waren, die auf dem Bahnweg transportiert würden, zu schaffen. Gezahlt werden müsse in jedem Fall. Wenn nicht für die Investitionen in die Infrastruktur eines nachhaltigen Verkehrssystems, so werde der Steuerzahler für die Kosten von Verschmutzung, Überlastung und Unfällen zahlen müssen, warnte Ludewig. Er forderte weiterhin ein System, innerhalb dessen die externen Kosten in Nutzergebühren aufgenommen, ganz entsprechend des Prinzips ‚Verschmutzer zahlt’, und dann in Infrastrukturprojekte wieder investiert würden.

Der Bau eines Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V), in dem nationale Netzwerke für alle Verkehrsarten zugänglich, miteinander verbunden und kompatibel sind, ist grundlegend für die Sicherung eines Binnenmarktes, auf dem die uneingeschränkte Beweglichkeit von Passagieren und Waren gewährleistet ist. Gleiches gilt für die Verstärkung von Wirtschaftsbeziehungen und sozialer Kohesion, sowie die Förderung von Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiger Entwicklung in der Europäischen Union. 

Nach langwierigen Verhandlungen stuften die Mitgliedstaaten die Vorschläge der Kommission, 20 Milliarden Euro für die Entwicklung des Transeuropäischen Verkehrsnetzes auszugeben, zurück. Letztendlich wurden unter dem mehrjährigen Finanzrahmen 2007 bis 2013 8,013 Milliarden Euro bereitgestellt. Von diesen gehen 5,1 Milliarden Euro an 30 Prioritätsprojekte, die als maßgeblich erachtet werden, um grenzübergreifende Verbindungen zwischen den 27 Mitgliedstaaten der EU zu vollenden.

Die Kommission veröffentlichte im Mai 2007 einen ersten Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen für diese Projekte, in der Hoffnung, dass die 30 Prioritäts-Achsen bis 2020 vervollständigt werden könnten.

Die EU ist nur dazu berechtigt, Projekten maximale Raten von 10 bis 30 Prozent beizusteuern – abhängig von der Art des Projekts (siehe LinksDossier über TEN-V). Der Rest des Geldes muss von nationalen oder privaten Etats kommen.

  • Die aufgeführten Projekte werden nun an die Mitgliedstaaten und das Parlament weitergeleitet, wo sie angenommen werden müssen.
  • Die endgültigen Entscheidungen über die Projektfinanzierung werden für Anfang 2008 erwartet.

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Abonnieren