Trotz mehr Autos und weniger Unfälle muss noch mehr getan werden [DE]

Autofreie Tage sollen sowohl die Autonutzung reduzieren als auch die Straßenverkehrssicherheit erhöhen. Neue Statistiken zeigen jedoch, dass noch mehr getan werden muss, um die europäischen Unfallzahlen zu verringern. Der Europäische Rat für Verkehrssicherheit kritisiert, potentiell lebensrettende neue Technologien würden zu wenig genutzt.

1295 Städte nehmen an dem autofreien Tag, der offiziell am 22. September 2006 stattfindet (in vielen Städten jedoch schon am Sonntag 17. September stattgefunden hat) im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche teil. 

Ziel ist es, das Bewusstsein der Öffentlichkeit dafür zu stärken, dass weniger Autoverkehr in Städten die Lebensqualität durch Vermeidung von Staus, geringere Emissionen und weniger Autounfälle verbessert.

Jedoch geht die Anzahl der Autos in Europa nicht zurück – vielmehr hat sie in der EU-25 in den letzten 15 Jahren um 38% zugenommen. 2004 lag der Durchschnitt bei fast einem Auto je zwei Einwohner in der EU-25.

Trotz der Zunahme an Autos ist die Anzahl der Verkehrstoten im gleichen Zeitraum um 60% auf insgesamt 43.000 Todesfälle pro Jahr zurückgegangen. Jedoch ist die EU weit davon entfernt, ihr Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis  2010 auf 25.000 zu reduzieren, zu erreichen.

Jörg Beckmann, Geschäftsführer des Europäischen Rats für Verkehrssicherheit (ETSC), fordert stärkeres politisches Engagement, vor allem im grenzüberschreitenden Verkehr sowie die Einführung notwendiger neuer Technologien wie eingebaute Alkotester (automatische Wegfahrsperre bei Erkennen von Alkohol im Atem) und „Intelligent Speed Adaptation“-Systeme (ISA), die die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit durchsetzen können.

Diese Technologien gäbe es bereits und sie würden das „größt-mögliche“ Sicherheitspotential bieten, so Beckmann. Er fügte jedoch hinzu, dass die politische Führung der Einführung dieser Technologien keine Priorität einräumen würde. Viele Todesfälle und Verletzungen könnten im europäischen Straßenverkehr vermieden werden, wenn alle Länder einige dieser notwendigen und wohlbekannten Maßnahmen einführen würden.

Lesen Sie das ganze Interview (auf Englisch) mit Jörg Beckmann. 

Subscribe to our newsletters

Subscribe