Trotz Klimawandel: Europäer wollen Autos nicht aufgeben [DE]

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Eine große Mehrheit der Bürger glaubt, dass der Gebrauch umweltfreundlicherer Autos und öffentlicher Verkehrsmittel gefördert werden sollte. Dennoch würde sich ein Fünftel weigern, das Auto seltener zu nutzen, auch wenn es im Gegenzug bessere öffentliche Verkehrsmittel gäbe. Das hat eine Meinungsumfrage der EU ergeben.

Obwohl drei Viertel der europäischen Bürger sich bewusst sind, dass Autofahren einen negativen Einfluss auf die Umwelt und auf die Verkehrsdichte in ihren Städten hat, bleiben Autos das bevorzugte Verkehrsmittel für 51% der EU-Bevölkerung; nur 21% greifen vornehmlich auf öffentliche Verkehrsmittel zurück. Dies hat eine Umfrage des Eurobarometers, die am 26. Juli 2007 veröffentlicht wurde, ergeben.

Und auch wenn zwei Drittel der Fahrer sagte, sie könnten davon überzeugt werden, ihre Autos zuhause zu lassen, wenn die öffentlichen Verkehrsmittel bessere Fahrpläne und Verbindungen, die sich näher an ihren Wohnorten befänden, anböten, so gaben 22% an, sie würden ihr Auto „unter keinen Umständen“ weniger gebrauchen.

Die Umfrage, die zwei Monate vor Beginn einer Anhörung der Kommission (Grünbuch) zu städtischem Verkehr erschienen ist, zeigt auch, dass neun von zehn Bürgern denken, dass die Verkehrssituation in ihrer Region verbessert werden muss, vor allem in Hinsicht auf öffentliche Verkehrssysteme (49%), Begrenzungen im Stadtzentrum (17%) oder Geschwindigkeitsbegrenzungen (17%). Nur 5% der Befragten glauben, dass die Einführung von Straßengebühren die Verkehrssituation verbessern wird. 

Ein Viertel der Befragten sagte, sie würden bereits verstärkt öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um Benzin zu sparen. Die Mehrheit gab jedoch an, stattdessen lieber ihren Fahrstil anzupassen. Zudem hat ein Viertel der Bürger im vergangenen Jahr auf einen Fahrzeugtyp gewechselt, der weniger Kraftstoff verbraucht.

Die Umfrage zeigt weiterhin, dass die Nutzung kraftstoffeffizienterer Fahrzeuge nicht nur als ein Mittel zur Reduzierung der Benzinrechnungen zu sehen sei, sondern auch als das effizienteste Instrument, um den durch Straßenverkehr verursachten steigenden CO2-Emissionen zu begegnen. Tatsächlich sagten 35% der Bürger, der beste Weg, um CO2-Emissionen zu reduzieren sei, den Verkauf von umweltverschmutzenderen Fahrzeugen zu verbieten.

30% der Befragten sagten, dass das Level der CO2-Emissionen am besten reduziert werden könnten, indem Steuererleichterungen für den Kauf eines kraftsotffeffizienteren Autos angeboten würden.

Der Kommissar für Verkehr Jacques Barrot sagte, die EU werde an einer Verkehrspolitik arbeiten, die sich deutlich auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Bürger konzentriere, welche die Umfrage reflektiere: besseren Umweltschutz, höhere Sicherheitsgrade, weniger Stau in großen Städten und stärkere Rechte für Verbraucher.

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