Interview: ‚Die EU tut nicht genug für den öffentlichen Verkehr‘ [DE]

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Der Europaabgeordnete Gyula Hegyi, der den Bericht des Parlaments über die Strategie der städtischen Umwelt der EU entworfen hat, sagt in einem Interview mit EURACTIV, dass die Verbesserung der Mobilität die oberste Priorität sein sollte und dass die EU dies stärker fördern müsse.

„Die Europäische Union spricht stets von der Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs – davon, weniger PKWs und mehr Straßenbahnen, Busse oder U-Bahnen zu haben. Aber in der Praxis unternimmt sie nichts oder nur sehr wenig, um diese Situation zu verbessern.“, sagte Hegyi.

In den neuen Mitgliedstaaten nimmt der Anteil der öffentlichen Verkehrsmittel insgesamt ab, da Geldmittel für den Bau von Straßen und Autobahnen ausgegeben werden, anstatt für die Verbesserung von sich in schlechtem Zustand befindenden öffentlichen Verkehrssystemen.

Hegyi fordert mehr EU-Mittel, die speziell für öffentliche Verkehrsmittel zurückgehalten werden sollen, und verlangt von der Kommission, dass sie ein verbindliches Ziel für europäische Städte festlegt, nach dem alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern innerhalb von fünf Jahren eine Verlagerung von privaten zu öffentlichen Verkehrsmitteln in Höhe von 5% zu verzeichnen haben.

Dazu, wie dieses Ziel erreicht werden sollte, sagte Hegyi, dass die kommunalen Verwaltungen entscheiden sollten, welche Maßnahmen am geeignetsten für ihre jeweiligen Bedürfnisse sind.

  • Eine soziale Notwendigkeit

Mobilität in städtischen Gebieten sei nicht nur eine wirtschaftliche und umweltpolitische Priorität, sondern auch eine soziale, da die Bereitstellung von Transportmitteln für alle Bürger unerlässlich für Integration sei, so Hegyi.

Er fügte hinzu, dass der Mangel an angemessenen Transportsystemen zwischen dem Stadtzentrum von Paris und dessen benachteiligten Außenbezirken seinen Beitrag dazu geleistet habe, dass sich die Einwohner isoliert fühlten. Diese Isolation habe schließlich zu den Unruhen im Jahr 2005 geführt.

  • Städtisches Leid

Andere Bereiche, von denen Hegyi glaubt, die EU könne einen Beitrag leisten, um Städte zukunftsfähiger zu gestalten, sind:

  • Die Festlegung einer umfassenden Strategie zur Emissionsreduzierung bei Gebäuden, durch Heizung und Kühlung;
  • Einführung einer Strategie um Hitzewellen zu begegnen, und; 
  • Der Erhalt von Grünflächen in Städten, indem man die Kofinanzierung von Projekten von Investitionen in ‚aufgegebene Flächen’ – wie stillgelegte oder brachliegende industrielle oder gewerbliche Gebiete – abhängig mache.

Um das gesamte Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier.

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