Kaspisches Gas beginnt in türkisch-griechischer Pipeline zu fließen [DE]

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Eine neue 285 Kilometer lange Pipeline wird erstmals Erdgas aus der kaspischen Region nach Europa bringen. Dieser Schritt wird teilweise die starke Abhängigkeit der EU von russischem Gas reduzieren.

Die Verbindung wurde am gestrigen Sonntag (18. November 2007) vom türkischen Premierminister, Recep Tayyip Erdogan, und seinem griechischem Amtskollegen, Costas Karamanlis, eröffnet. Der feierliche Akt fand auf einer Brücke über einen Fluss statt, der die beiden Länder voneinander trennt.

Karamanlis sagte, der symbolische Schritt weise auf einen Abbau der alten Rivalitäten hin, während die Türkei trotz weiterhin bestehender Uneiningkeit in der Zypern-Frage auf ihrem Weg in die EU-Mitgliedschaft voranschreite.

Alle Griechen wollten gute, nachbarschaftliche Beziehungen zur Türkei und unterstützten besonders das Voranschreiten des Landes in Richtung Europa, so Karamalis in der AP. Diese Pipeline werde den Wohlstand in der Region begünstigen. Die ‚Seidenstraße’ werde weiterhin eine Energieroute werden, die über die Türkei den Osten mit dem Westen verbinde, entgegnete Erdogan.

Die Pipeline wird Erdgas aus Aserbaidschan transportieren und ist Teil des so genannten „Südeuropäischen Gasring“-Projekts. Deren Kapazität, die gegenwärtig bei 250 Millionen Kubikmetern Gas pro Jahr liegt, wird sich wohl verdreifachen, wenn das Projekt durch eine Verbindung unter der Adria nach Italien erweitert wird. Die Vollendung dieses Vorhabens wird 2012 erwartet.

Das Projekt hat finanzielle und politische Unterstüzung von Seiten der Europäischen Union erfahren, die darum bemüht ist, ihre Gasversorgung zu diversifizieren und somit ihre Abhängigkeit von Russland zu mindern, da die Spannungen mit Moskau in den letzten Jahren zugenommen haben.

Ankara ist auch ein wichtiger Partner im Projekt der Nabucco-Pipeline, die über die Türkei kaspisches Gas nach Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich bringen soll. Das Projekt verzögert sich jedoch aufgrund finanzieller und politischer Schwierigkeiten (siehe EURACTIV von 18. August 2007).

Die Türkei sei schnell in ihrem Handeln, um die vierte Energieroute für Erdgaslieferungen nach Westeuropa zu werden. Es gebe eine gegenseitige Abhängigkeit der Energiepolitiken, die dazu beitragen werde, ein günstiges Ambiente zu schaffen, so Erdogan.

Der Einweihungszeremonie wohnten Ilham Aliyev, der aserbaidschanische Präsident, sowie Samuel Bodman, der US-amerikanische Minister für Energie, bei, um zu verdeutlichen, dass Amerika das Projekt realisiert sehen wolle. Die Türkei sei eine wichtige Energiepforte zwischen dem Osten und dem Westen, so Bodman.

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