Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat mit Libyen ein Abkommen über Zusammenarbeit bei der Technik zur zivilen Nutzung von Kernenergie abgeschlossen. Anfang der Woche hatte Libyen die fünf bulgarischen Krankenschwestern und den palästinensischen Arzt frei gelassen.
Das Abkommen, das den Bau einer mit Atomenergie betriebenen Anlage zur Reinigung von Meereswasser zu Trinkwasserzwecken umfasst, wurde am Mittwoch (25. Juli 2007) in Tripolis unterzeichnet, einen Tag, nachdem das medizinische Personal durch gemeinsame diplomatische Bemühungen von Paris und der Europäischen Kommission freigelassen worden war.
Sarkozy gab an, dass das Abkommen ‚in den kommenden Monaten oder Jahren’ noch fertig gestellt werden müsse, sodass die französische Areva-Gruppe mit dem Bau der Anlage beginnen könne.
Dieser Schritt ist der Anfang einer „Normalisierung“ der Beziehungen zwischen Europa und Libyen, die vom Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso nach der Freilassung des medizinischen Personals am Dienstag (24. Juli 2007) angekündigt wurde und offiziell in einem detaillierten Memorandum, das von Libyen und der EU unterzeichnet wurde, festgehalten worden war.
Der französische Präsident fügte hinzu, dass ein zweites Projekt die Förderung von Uranreserven in Zusammenarbeit mit Libyen umfasse. Sarkozy wurde von der Zeitung Le Monde zitiert, man habe Uran in Niger gefunden; der geologische Kontext sei derselbe. Areva brauche Uran.
Libyen ist vor Nigeria auch Heimat der größten Ölreserven in Afrika und besitzt große Mengen an Erdgas. Die Exporte waren bisher durch die internationale Isolation des Landes behindert worden. Nun hofft das Land, seine Ölproduktion bis 2012 zu verdoppeln; unter seinen wichtigsten Kunden werden sich europäische Staaten befinden.
Andere Abkommen, die während Sarkozys Besuch unterzeichnet wurden, umfassen militärische, wissenschafts- und bildungsbezogene und auch kulturelle Abkommen.
Der französische Präsident nutzte die Gelegenheit außerdem, seine Idee einer Mittelmeer-Union zu verteidigen, die laut Sarkozy „großes Interesse“ beim libyschen Staatschef Muammar Gaddafi geweckt habe.
Auch andere Staaten wie das Vereinigte Königreich und die USA bereiten sich auf Besuche in Libyen in der nahen Zukunft vor.

