Die österreichische Ratspräsidentschaft hat die Türkei gebeten, im Streit um die Mohammed-Karikaturen zu vermitteln.
Die EU hat die Türkei gebeten, als Vermittler zwischen dem Westen und der muslimischen Welt aktiv zu werden, um den weltweiten Konflikt – ausgelöst durch die kürzlich veröffentlichten Mohammed-Karikaturen – beizulegen. Der österreichische Ratspräsident hat den türkischen Außenminister Abdullah Gül eingeladen, um am geplanten, informellen Treffen der EU-Außenminister vom 10. – 11. März in Salzburg, Österreich, teilzunehmen. Gül wird die Eröffnungsrede des Treffens halten, welches sich auch mit den Folgen der Veröffentlichung der Karikaturen durch verschiedene Zeitungen befassen wird. Bisher haben die weltweiten Proteste bis zu 45 Menschenleben gefordert (s. EURACTIV, 31. Januar 2006).
„Das Thema, das diskutiert werden muss […] ist der dringende Bedarf des Dialogs zwischen Kulturen, Religionen“, sagte ein Sprecher der österreichischen Ratspräsidentschaft. Gül wird am 8. März die österreichische Außenministerin Ursula Plassnik, Erweiterungskommissar Olli Rehn und den finnischen Außenminister Erkki Tuomioja in Wien treffen. Es wird erwartet, dass Gül sich für die Gründung einer „Allianz der Kulturen“ einsetzen wird. Diese Initiative wurde nach einem Aufruf von UN-Generalsekretär Kofi Annan von den Staatsoberhäuptern Spaniens und der Türkei im November 2005 ins Leben gerufen (s. EURACTIV, 7. Februar 2006).
Die Türkei, ein säkularer Staat mit überwiegend muslimischer Bevölkerung, ist ein EU-Beitrittskandidat.
