Nach dem der Tod des sich in Haft befindlichen ehemaligen Serbenführers Slobodan Milosevic haben die EU-Außenminister Serbien erneut die EU-Mitgliedschaft in Aussicht gestellt.
Die Nachricht über Milosevics Tod erreichte die EU-Außenminister während ihres Treffens in Salzburg, Österreich, bei welchem sie über den Integrationsprozess des westlichen Balkans berieten.
Javier Solana, Hoher Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) sagte, dass man, auch wenn Milosevics Tod ein trauriges Ereignis sei, nicht die Tatsache vergessen sollte, dass „viele Frauen und Männer durch seine Politik gestorben sind“. Er forderte die serbische Bevölkerung dazu auf, „das Erbe Milosevics aufzuarbeiten“ und nach vorne zu blicken zur Familie der europäischen Nationen, zu der sie gehören“.
Dennoch erinnerten die EU-Außenminister Belgrad daran, dass eine gütliche Vereinbarung über den Status des Kosovo, mit der beide Seiten einverstanden sind, entscheidend für Serbiens EU-Mitgliedschaftsbestrebungen sei. Sie fügten hinzu, dass sie erwarten würden, dass Serbien vollständig mit dem Internationalen Strafgerichtshof für Jugoslawien kooperiere. Serbien wurde bis April Zeit gegeben, den ehemaligen Militärführer Ratko Mladic an Den Haag auszuliefern.
Die Minister wiederholten, dass eine EU-Mitgliedschaft des Westbalkans das „endgültige Ziel“ sei. Staaten wie Frankreich bestanden allerdings auf einen Verweis auf die Aufnahmefähigkeit der EU, die berücksichtigt werden müsse, bevor weitere Staaten Mitglied werden könnten. Sie erinnerten daran, dass durch das „Nein“ in den Verfassungsreferenden in Frankreich und den Niederlanden, welche die Bedenken der Bürger nach der EU-Osterweiterung in 2004 zum Ausdruck gebracht hatten, eine Debatte über die Erweiterungsstrategie der EU fällig sei.
