Gutes Essen zum kleinsten Preis?

Kann ein Schweineschnitzel im Sonderangebot qualitativ hochwertig sein – und zugleich noch den Landwirt ernähren, der es produziert hat? Die Lebensmittelindustrie in Deutschland ist aus dem Gleichgewicht gekommen. Ein Gespräch mit einem Ökolandwirt über gutes Essen und faire Preise.
Deutschlands Landwirte sind auf den Straßen. Viele von ihnen können kaum noch von dem Preisen leben, die sie für ihre Produkte erhalten, denn die Supermärkte überbieten sich mit Sonderangeboten. Sind die Deutschen nicht bereit, für gute Lebensmittel zu bezahlen? Die Situation ist paradox, denn obwohl die Qualität des Essens für Deutsche der zweitwichtigste Einkaufsfaktor nach der Regionalität ist, setzt nur eine Minderheit konsequent auf Bio-Produkte: 2018 kaufte nur jeder siebte mehr Bio als konventionelle Lebensmittel ein.
Essen sollte keine billige Massenware sein, meinen Kritiker. Dazu braucht es aber einen strukturellen Wandel, der stärker Qualität als Menge fördert. Ein Schlüssel dazu ist die europäische Landwirtschaftspolitik (GAP), die in diesem Jahr fertig ausgehandelt werden soll. Das Ergebnis wird entscheidend dafür sein, ob Deutschlands sein Ziel erreichen kann, den Anteil des Ökolandbaus von derzeit 12 auf 20 Prozent bis zum Jahr bis 2030 anzuheben. Aber können sich die Kunden so viel Bio leisten? Und was ist qualitatives Essen überhaupt?

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