Trecker-Kundgebung fordert von Özdemir Tempo bei der Agrarwende

Landwirt:innen aus ganz Deutschland haben am Samstag (22. Januar) mit einem Protestzug durch die Berliner Innenstadt für faire Erzeugerpreise und eine verbraucherfreundliche Agrarpolitik demonstriert.

Mehr als 50 Organisationen, darunter sowohl Bauernverbände als auch Umweltorganisationen, schlossen sich dem Protest an. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, der zusammen mit Vertreterinnen der Ministeriumsspitze die Veranstaltung besuchte, stimmte den Demonstrierenden in vielen Punkten zu, mahnte aber auch, viele der geforderten Veränderungen würden Zeit brauchen.

Das Bündnis übergab ein breites Bündel an Forderungen an die neue Führung des Agrarministeriums. Die übergreifende Botschaft dabei: Özdemir müsse agrarpolitische Blockaden überwinden, aufgrund derer sich ein jahrelanger Reformstau gebildet habe. So forderten die Protestierenden unter anderem, vor allem kleine Betriebe besser zu schützen und angemessene Erzeugerpreise sicherzustellen.

Gleichzeitig rief das Bündnis die Regierung dazu auf, den Umbau der Tierhaltung hin zu mehr Tierwohl voranzutreiben und Landwirt:innen dabei genügend finanzielle Unterstützung zuzusichern.

Özdemir begrüßte die Forderungen und kündigte an, den “künstlichen Gegensatz” zwischen Landwirtschaft, Tierschutz, sowie Umwelt- und Klimaschutz überwinden zu wollen. Er betonte auch die Bedeutung von Junglandwirt:innen, um die Hofnachfolge flächendeckend zu sichern.

“Ich will nicht in einem Land leben, in dem Bäuerinnen und Bauern aufgeben und dann die Flächen nachher übernommen werden von irgendwelchen anonymen Investoren”, so der Minister. Gleichzeitig mahnte Özdemir aber auch Geduld an. Ziele wie ein Flächenanteil von 30 Prozent Ökolandbau seien nur in einem “Marathon” zu erreichen.

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