Beim Berliner Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) hat EU-Kommissar Janusz Wojciechowski am Dienstag die Bedeutung multilateraler Handelssysteme in der Agrarpolitik betont. Wojciechowski sprach im Rahmen der einwöchigen internationalen Konferenz auf Einladung des Bundeslandwirtschaftsministeriums.
Internationale Kooperation und Handel seien “essenzielle Komponenten einer widerstandsfähigen Lebensmittelversorgung”, so der Kommissar.
“Wir müssen uns weiterhin für einen regelbasiertes, multilaterales Handelssystem weltweit einsetzen”, fügte er hinzu. Vor allem die Welthandelsorganisation (WTO) spiele dabei eine besondere Rolle. So habe sich seit Inkrafttreten des WTO-Abkommens 1995 für den Landwirtschaftssektor der globale Lebensmittelhandel verdoppelt.
“Es besteht kein Zweifel, dass der internationale Handel zur ökonomischen Entwicklung beiträgt, indem er Arbeitsplätze schafft und Produktivitätssteigerungen stärkt”, so Wojciechowski.
Nachdem sie jahrzehntelang im Agrarbereich eine weitgehend protektionistische Politik betrieben hatte, hatte die EU den Sektor durch dessen Aufnahme in den WTO-Rahmen für den Weltmarkt geöffnet.
Aktuell setzt die französische Präsidentschaft im Agrarrat jedoch einen Schwerpunkt darauf, Agrarimporte stärker zu reglementieren. So will Frankreich durch sogenannte “Spiegelklauseln” europäische Rechtsnormen auch auf importierte Lebensmittel übertragen.
