Was die COP26-Methanversprechen für die Landwirtschaft bedeuten

Die neue Globale Methanverpflichtung könnte ein Signal für den Wandel im europäischen Agrarsektor sein. Bild: Rob Kemp/ Shutterstock.

Der Agrarsektor, der weltweit zu den größten Methanverursachern gehört, wird unmittelbar von der ersten globalen Verpflichtung betroffen sein, die Methanemissionen bis 2030 um mindestens 30 % gegenüber dem Niveau von 2020 zu senken.

Die neue Global Methane Pledge („Globale Methanverpflichtung“) wurde gleich in den ersten Tagen der COP26, der entscheidenden UN-Klimakonferenz, die noch in Glasgow stattfindet, angekündigt.

Nach Schätzungen der Europäischen Kommission könnten die zugesagten 30 % die prognostizierte Erwärmung bis 2050 um mindestens 0,2 Grad Celsius verringern.

Methan ist ein Treibhausgas (THG), das zwar kurzlebig ist, aber mehr Wärme speichern kann als Kohlendioxid, nämlich 84 Mal mehr Wärme über 20 Jahre.

Die enterische Fermentation – gasförmige Emissionen von Wiederkäuern wie Milch- und Fleischrindern – gilt als die größte Methanquelle im Zusammenhang mit menschlichen Aktivitäten. Danach folgt der Reissektor, wo Mikroben unter Wasser in Reisfeldern das Gas freisetzen, das 20 % der vom Menschen verursachten Methanemissionen ausmacht.

Laut Agnes Kalibata, Sonderbeauftragte des letzten UN-Gipfels für Lebensmittelsysteme, bietet die Verpflichtung den Lebensmittelsystemen die Möglichkeit, durch die Verringerung der mit der Landwirtschaft verbundenen Emissionen eine Klimalösung zu bieten.

Die Initiative wurde von den USA und der EU angeführt, die weitere 103 Länder versammelten, die zusammen 46 % der weltweiten Methanemissionen verursachen und 70 % der Weltwirtschaft repräsentieren. Darunter befanden sich mehrere Länder mit hohem Viehbestand wie Brasilien, Kanada, Argentinien und Neuseeland.

Einige Länder mit hohen Methanemissionen haben sich jedoch nicht zu der Verpflichtung bekannt, darunter China, Indien, Australien und Russland.

Über 30 Staaten schließen sich EU-US-Initiative zur Reduktion von Methan-Emissionen an

Vor dem COP26-Klimagipfel haben sich zahlreiche weitere Länder einer Initiative von EU und USA zur Reduktion der Methan-Emissionen im Kampf gegen den Klimawandel angeschlossen.

Innovation und verhaltensbezogene Maßnahmen

Die globale Verpflichtung konzentriert sich auf technische Maßnahmen wie Futtermittelzusätze, die nach Angaben der UN die Emissionen des Sektors bis 2030 um 20 % pro Jahr senken könnten.

Wissenschaft und Technologie können dazu beitragen, indem sie innovative Futtermittelzutaten unterstützen, die die Methanemissionen aus der enteralen Fermentation minimieren.

In den letzten Jahren wurden neue Methoden zur Quantifizierung oder Schätzung von Methanemissionen aus der Rinderhaltung gefördert.

In Kenia wird bereits eine Methode zur Generierung lokaler Daten über Methan- und Lachgasemissionen aus der Viehhaltung eingeführt, die dazu dient, der UN grundlegende Treibhausgasemissionen zu melden.

Obwohl sie die Initiative begrüßten, zeigten sich Umweltschützer:innen enttäuscht über den fehlenden Hinweis auf verhaltensbezogene Maßnahmen wie die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten oder die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung, die nach Angaben mehrerer NGOs in den nächsten Jahrzehnten zu einer Senkung um bis zu 57 % führen können.

Aus Sicht von Harriett Bradley vom Institut für Europäische Umweltpolitik (IEEP) sieht die Zusage zwar eine Verringerung der landwirtschaftlichen Emissionen vor, aber nur auf der Produktions- und Verbrauchsseite.

„Der Schwerpunkt liegt hier auf Effizienzverbesserungen wie Futtermittelzusätzen zur Verringerung von Methan“, sagte sie gegenüber EURACTIV und fügte hinzu, dass eine Verringerung des Fleischkonsums oder eine Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung, insbesondere in reicheren Ländern, nicht erwähnt werde.

Methanreduzierung in der EU

Die EU unternimmt seit 1996 Schritte zur Verringerung der Methanproduktion, als die Kommission plante, die Deponieemissionen um fast die Hälfte zu reduzieren.

Doch Ende Oktober forderte das Europäische Parlament die Kommission zum ersten Mal auf, einen Legislativvorschlag vorzulegen, der die Methanemissionen als Teil der Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels verbindlich vorschreibt.

Grüne Aktivisten begrüßten die Nachricht, und Humane Society International sagte, dies zeige, dass die Abgeordneten „zynischen Versuchen“ widerstanden hätten, die Aussagen zu Emissionen im Zusammenhang mit der Tierhaltung abzuschwächen.

Der EU-Bauernverband COPA-COGECA begrüßte den Schritt zwar grundsätzlich, bedauerte aber, dass die Kommission erneut aufgefordert wurde, verbindliche Maßnahmen und Reduktionsziele festzulegen.

„In Anbetracht der Gegebenheiten vor Ort sollte es den Landwirten überlassen bleiben, welche Praktiken und Maßnahmen sie am besten umsetzen“, heißt es in einer Mitteilung.

[Bearbeitet von Alice Taylor]

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