Dreißig europäische Organisationen der Lebensmittelbranche, entlang der gesamten Lieferkette, haben eine offizielle Einladung zu einem strategischen Dialog mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 25. Januar erhalten, so Quellen aus der Industrie gegenüber Euractiv.
Von der Leyen kündigte die Initiative erstmals in ihrer Rede zur Lage der Union am 13. September an, als sie betonte, dass wir „mehr Dialog und weniger Polarisierung“ in der politischen Debatte über Lebensmittelsysteme brauchen. Auf der Konferenz der EU-Agrar- und Lebensmitteltage am 6. Dezember bekräftigte sie diese Ankündigung und fügte hinzu, dass die Initiative im Januar 2024 beginnen werde.
Nur wenige Wochen später wurde Europa von Bauernprotesten in Frankreich, Polen, Deutschland und Rumänien erschüttert.
Der Initiative gehören Organisationen wie die Bauernverbände COPA und COGECA, die Junglandwirte von CEJA und IFOAM Organics Europe, NGOs wie der WWF, EEB und die Verbraucherorganisation BEUC an.
Professor Peter Strohschneider wurde zum Vorsitzenden ernannt, wie Quellen der Kommission gegenüber Euractiv bestätigten, da er „über eine lange und anerkannte Berufserfahrung verfügt, insbesondere als Vorsitzender der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) der deutschen Bundesregierung.“
Die erste Sitzung wird am 25. Januar 2024 im Plenum stattfinden, wo von der Leyen die Beratungen einleiten und den Vorsitzenden vorstellen wird.
Wie von der Leyen bereits angekündigt hat, wird sich der Dialog auf Themen wie das Einkommen der Landwirte und die Lebensqualität in ländlichen Gebieten, nachhaltige Landwirtschaft, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit des EU-Lebensmittelsystems konzentrieren.
Die Diskussion wird mit vier grundlegenden Fragen beginnen, wie aus dem Einladungsschreiben hervorgeht, das Euractiv vorliegt.
Die Fragen lauten: „Wie können wir unseren Landwirten und den ländlichen Gemeinden eine bessere Perspektive geben, einschließlich eines angemessenen Lebensstandards? Wie können wir die Landwirtschaft innerhalb der Grenzen unseres Planeten und seines Ökosystems unterstützen? Wie können wir die immensen Möglichkeiten, die uns Wissen und technologische Innovation bieten, besser nutzen? Wie können wir dem europäischen Lebensmittelsystem in einer wettbewerbsorientierten Welt eine strahlende und erfolgreiche Zukunft ermöglichen?“
Quellen der Kommission sagten gegenüber Euractiv, dass das gesamte Lebensmittelsystem „mit mehreren ernsten Herausforderungen konfrontiert ist, wie dem Klimawandel und einem sehr wettbewerbsintensiven globalen Markt, der enorme Auswirkungen auf den gesamten Sektor hat, insbesondere auf Landwirte und ländliche Gemeinden.“ Sie fügten hinzu, dass „der strategische Dialog Herausforderungen und Chancen ansprechen wird, wie zum Beispiel einen fairen Lebensstandard für Landwirte und ländliche Gemeinden.“
Die Landwirtschaftsminister werden sich auf einer Ratssitzung am 23. Januar mit einer Debatte „auf diesen Dialog vorbereiten.“
[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

