Verbraucher zunehmend „Ewigkeitschemikalien“ in Obst und Gemüse ausgesetzt

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"Der Anteil von Obst und Gemüse, das Rückstände von PFAS-Pestiziden enthält, hat sich in der EU in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht", wird in der Studie des Europäischen Pesticides Action Network (PAN Europe) gewarnt, die am Dienstag (27. Februar) veröffentlicht wurde. [SHUTTERSTOCK/baibaz]

Obst und Gemüse in der EU sind in zunehmendem Maße mit giftigen PFAS-Chemikalien belastet, wie eine Studie des Europäischen Pesticides Action Network (PAN Europe) zeigt. Dabei handelt es sich um sogenannte „Ewigkeitschemikalien“, für deren Verbot die Kommission im vergangenen Jahr ihre Pläne aufgegeben hat.

„Der Anteil von Obst und Gemüse, das Rückstände von PFAS-Pestiziden enthält, hat sich in der EU in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht“, wird in der Studie gewarnt, die am Dienstag (27. Februar) veröffentlicht wurde.

Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen (PFAS) sind dafür bekannt, dass sie sich in der Umwelt nicht abbauen lassen und bei unsachgemäßem Umgang Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben.

PFAS werden in verschiedenen Industriezweigen wegen ihrer Antihaft-, hitzebeständigen und wasserabweisenden Eigenschaften sowie in Lebensmittelverpackungen und Pestizidformulierungen verwendet. Dies führt zu Rückständen, die in Lebensmitteln und Trinkwasser gefunden werden können.

Dem Bericht zufolge enthielten im Jahr 2021 20 Prozent der in der EU angebauten Früchte Rückstände von mindestens einem PFAS-Pestizid.

Im Januar 2023 forderten vier EU-Länder – Deutschland, Dänemark, Schweden und die Niederlande – sowie Norwegen die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) auf, eine neue Risikobewertung für PFAS durchzuführen.

Die Europäische Kommission veröffentlichte 2020 eine „Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit.“ Damit wird unter anderem die schrittweise Abschaffung von PFAS angestrebt, es sei denn, ihre Verwendung ist „nachweislich unverzichtbar für die Gesellschaft.“

Einen entsprechenden Vorschlag hat die EU-Kommission jedoch noch nicht gemacht.

„Die Zulassung von PFAS-Pestiziden, die oft in Mischungen eingesetzt werden, verdeutlicht erhebliche Mängel bei der Bewertung von Pestiziden sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte die leitende Wissenschaftlerin von PAN Europe, Angeliki Lysimachou. Sie fügte hinzu, dass ihre Langlebigkeit und toxischen Eigenschaften „zu ihrem raschen Verbot hätten führen müssen.“

Zunehmende Tendenzen

Laut den Verfassern der Studie, die EU-weite Daten von 2011 bis 2021 umfasst, ist der Anteil der Produkte, die Rückstände von PFAS-Pestiziden enthalten, bei Obst um 220 Prozent und bei Gemüse um 274 Prozent gestiegen.

Die höchsten Zunahmen bei PFAS-Kontaminationen in der nationalen Produktion wurden in Österreich und Griechenland festgestellt.

Im Jahr 2021 waren die am häufigsten nachgewiesenen PFAS in belasteten EU-Produkten das Fungizid Fluopyram, das Insektizid Flonicamid und das Fungizid Trifloxystrobin.

Obst vs. Gemüse

Der Bericht zeigt, dass im Durchschnitt ein geringerer Prozentsatz von Gemüse (12 Prozent) mit PFAS-Pestizidrückständen belastet ist als Obst (20 Prozent).

Allerdings sind einige Gemüsesorten „genauso häufig belastet wie die Spitzenreiter unter den Obstsorten“, heißt es in dem Bericht. Die höchsten Raten finden sich bei Chicorée (42 Prozent), Gurken (30 Prozent) und Paprika (27 Prozent).

Bei den Früchten sind die Sommersorten am häufigsten belastet – Erdbeeren (37 Prozent), Pfirsiche (35 Prozent) und Aprikosen (31 Prozent).

Fünf EU-Staaten fordern vollständiges Verbot für Ewigkeitschemikalien

Einige Mitgliedstaaten der Europäischen Union drängen die Europäische Kommission dazu, ein vollständiges Verbot giftiger PFAS-Chemikalien zu erlassen, angesichts von Warnungen vor möglichen Konsequenzen für grüne Technologien, die die Energiewende verlangsamen könnten.

[Bearbeitet von Angelo Di Mambro/Nathalie Weatherald]

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