Tschechische Großbauern wehren sich gegen Zuschüsse für Kleinbetriebe

Die Besitzer von Großbetrieben kritisieren die jüngste Entscheidung der Regierung, die so genannte Umverteilungszahlung zu ändern, die Landwirte für die ersten 150 Hektar Land erhalten. [EPA/FILIP SINGER]

Rund 2.000 Landwirt:innen versammelten sich am Mittwoch in Prag, um gegen die neue Subventionspolitik der tschechischen Regierung zugunsten von Kleinbauern zu protestieren. Ihrer Meinung nach wird hierdurch die Fähigkeit Tschechiens, Lebensmittel zu produzieren, beeinträchtigt.

Zu dem Protest am Mittwoch (8. Juni) hatten die Landwirtschaftskammer, der Bauernverband und die Gewerkschaftsverbände aufgerufen.

Nach einer morgendlichen Versammlung marschierten sie zum Sitz der Regierung, schwenkten Plakate mit der Aufschrift „Das Ende der tschechischen Lebensmittel“ und skandierten „Es wird Hunger geben!“.

Die Veranstaltungen führten zu Verkehrsbehinderungen in der Hauptstadt, aber es kam nicht zu größeren Störungen der öffentlichen Ordnung.

Die Besitzer von Großbetrieben kritisieren die jüngste Entscheidung der Regierung, die sogenannte Umverteilungszahlung zu reformieren, die Landwirte für die ersten 150 Hektar Land erhalten.

In der nächsten Förderperiode wird diese Zahlung 23 Prozent der Direktzahlungen für Landwirte abdecken, die mindestens so viel Land besitzen – eine Erhöhung um 10 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung. Kleine Landwirte werden also mehr Geld erhalten.

Dies werde dazu führen, dass Landwirte, die sich auf die Nahrungsmittelproduktion konzentrieren, um ihr Überleben kämpfen müssen, sagte Jan Doležal, Präsident der Landwirtschaftskammer, während der Veranstaltung.

Wenn kleinere Landwirte mehr Geld aus dem gemeinsamen Topf erhalten, wird dies dazu führen, dass mittlere und größere Betriebe nicht mehr mit Unternehmen aus den Nachbarländern konkurrieren können, fügte er hinzu.

Arbeits- und Sozialminister Marian Jurečka (KDU-ČSL) versprach, die Regierung werde die Viehzucht und die Produzent:innen wichtiger Erzeugnissen wie Kartoffeln unterstützen.

Der Protest wurde vom Verband der Kleinbauern des Landes kritisiert, der die Änderungen befürwortet.

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