Präzisionslandwirtschaft als Retter des nativen Olivenöls

Der griechische Olivenölsektor sei aufgrund des niedrigen Preises auf dem Markt unter Druck geraten. [Shutterstock]

Präzise Anbaumethoden haben den griechischen Erzeugern von extranativem Olivenöl geholfen, die Gemeinkosten niedrig zu halten und das Produkt letztendlich vor dem zunehmenden Druck auf den Marktpreis zu „retten“, berichtet EURACTIV Griechenlands Medienpartner Ypaithros Chora.

In einem Bericht stellte die auf landwirtschaftliche Themen spezialisierte Zeitung fest, dass es der Präzisionslandwirtschaft gelungen sei, die Produktionskosten insbesondere im Olivenölsektor in Griechenland deutlich zu senken und gleichzeitig die Qualität des Produkts zu erhöhen.

Der griechische Olivenölsektor sei aufgrund des niedrigen Preises auf dem Markt unter Druck geraten. Im Vergleich zur Qualität des Produkts sei der Preis aus Sicht der Branche unverhältnismäßig niedrig.

Der spanische Bauernverband Unión de Uniones (UDU) beklagte kürzlich, dass der Preis für natives Olivenöl Extra in Italien (469,80 Euro pro 100 Kilo) deutlich höher ist als in Spanien (221,10 Euro pro 100 Kilo) oder in Griechenland (260,10 Euro pro 100 Kilo).

Im September berichtete die spanische Presse, dass der Verband die Kommission bitten würde, mögliche „Störungen“ auf dem Olivenölmarkt zu untersuchen, und deutete an, dass Italien im Vergleich zu anderen Erzeugern wie Spanien und Griechenland eine vorteilhaftere Behandlung genieße.

In dem Bemühen, sich der Herausforderung der niedrigen Preise zu stellen, betreibt eine Genossenschaft auf der griechischen Halbinsel Peloponnes nun Präzisionslandwirtschaft, um zumindest die Produktionskosten zu senken.

EU-Rechnungshof glaubt an das Potenzial der digitalisierten Landwirtschaft

Die Präzisionslandwirtschaft scheint bei Landwirten und Gesetzgebern immer mehr an Akzeptanz zu gewinnen. Auch der EU-Rechnungshof hat nun den erwarteten Mehrwert hervorgehoben.

Konstantinos Panagiotopoulos, ein Unternehmensberater der Gruppe der Erzeuger von Nativem Olivenöl Extra von Geraki Ilias, sagte, dass nur eine „smarte“ Landwirtschaft die Kosten des Anbaus deutlich senken und den Erzeugern helfen könne, über die Runden zu kommen – selbst in Fällen, in denen der Marktpreis sehr niedrig ist, wie es aktuell der Fall ist.

„Intelligente Landwirtschaft ist das einzige Instrument, das dem Erzeuger oder einer Gruppe von Erzeugern zur Verfügung steht, um sich gegen jede Bedingung zu verteidigen, sei es nun umwelt- oder bodenbedingt oder auch wenn es um ‚Spiele‘ auf dem Markt geht, die den Preis eines Produktes niedrig halten“, betonte er.

Auf der Grundlage des Konzepts „mit weniger mehr produzieren“ zielen Präzisionslandwirtschaftsinstrumente wie Sensoren oder Drohnen darauf ab, sich auf das kleinste Detail eines Betriebs zu konzentrieren.

Im Gegensatz zur traditionellen Landwirtschaft, bei der beispielsweise Pestizide auf das gesamte Feld gesprüht wurden, hilft die Präzisionslandwirtschaft, den tatsächlichen Bedarf jeder einzelnen Parzelle zu erfassen und Pestizide entsprechend sparsam zu sprühen.

Man hofft, dass diese Technologien langfristig zur Ertragssteigerung und/oder zur Senkung der Produktionskosten beitragen, aber auch den Landwirten helfen, neue, strengere Umweltauflagen besser zu erfüllen.

Noch ist jedoch unklar, wie dies in der neuen GAP praktisch umgesetzt werden soll, wenn man bedenkt, dass nun aufgrund des neuen Liefermodells die Mitgliedsstaaten am Ball sind, „digital“ zu werden.

„In Zukunft wird es nicht darum gehen, Maximalerträge zu steigern"

Bei der GAP herrscht Unstimmigkeit in Grundsatzfragen. Wie viel Raum wird dem Umweltschutz gelassen? Wie lassen sich Innovation und Erträge fördern? Diesen Fragen haben sich Agrarexperten am Freitag auf einer Veranstaltung von EURACTIV zur Zukunft der modernen Landwirtschaft gestellt.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic und Britta Weppner]

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