Neue Hoffnungen für die Bekämpfung des Olivenbaum-Killers

Befallene Olivenbäume (Bakterium Xylella Fastidiosa), Salento, Süditalien. [SHUTTERSTOCK]

Eine Reihe vielversprechender Ergebnisse aus innovativer, von der EU finanzierter Forschung, die vor kurzem auf einer wissenschaftlichen Konferenz vorgestellt wurden, legen nahe, dass wir der Bekämpfung des Olivenbaum-Killers Xylella fastidiosa (dt. auch Feuerbakterium) einen Schritt näher kommen könnten.

Die Konferenz, die auf Korsika stattfand und an der rund 350 Pflanzenschutzspezialisten aus der ganzen Welt teilnahmen, konzentrierte sich auf die Möglichkeiten, wie die Wissenschaft dazu beitragen kann, Lösungen für den Pflanzenschädling zu finden, der in ganz Europa große Schäden anrichtet.

Xylella fastidiosa ist eine bakterielle Krankheit, die die Olivenhaine in ganz Europa dezimiert.

Erstmals 2013 in Italien entdeckt, begann sich das Feuerbakterium rasch in Südeuropa auszubreiten. Inzwischen wurde es auch in Frankreich und Spanien nachgewiesen, wo sich die von der Krankheit betroffene Fläche seit Oktober 2016 auf mehr als 134.000 Hektar beläuft.

Einige der auf der Konferenz vorgestellten Entwicklungen betrafen den innovativen Einsatz von Technologien zur Überwachung der Ausbreitung dieser Krankheit.

Zu den jüngsten Fortschritten der europäischen Forschungsprojekte, die sich mit Xylella befassen, gehören die Endergebnisse des Horizon 2020-Projekts zur Bekämpfung von Schädlingsorganismen, die Europa bedrohen (POnTE), ein vierjähriges Projekt zum Schutz Europas vor neu auftretenden Schädlingen.

Im Rahmen des PonTE-Projekts haben Forscher die biologischen, genetischen und epidemiologischen Aspekte des Bakteriums untersucht, um eine gezieltere Überwachung des Pflanzenschädlings zu ermöglichen.

Es ist noch immer keine Maßnahme zur Ausrottung dieser verheerenden Krankheit bekannt, deren Ausbreitung in nächster Zeit keine Anzeichen einer Verlangsamung zeigt. Xylella ist daher in ganz Europa zu einem großen Sorgefaktor geworden.

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Fernerkundung

Dies könnte sich jedoch bald ändern, dank umfangreicher Forschung, die sich auf die Bekämpfung der Krankheit konzentriert. Insbesondere die Fernerkundung könnte sich als ein wertvolles Instrument erweisen, um die zukünftige Ausbreitung von Xylella vorherzusagen und zu verhindern.

„Fernerkundungstechnologien können zur Früherkennung von Xylella beitragen, indem sie prävisuelle Symptome an den Wirtspflanzen erkennen“, erklärte Sybren Vos, einer der führenden Experten der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde.

Wenn Xylella entdeckt wird, sei es „zu spät“, und es sei „ein stärkerer Fokus auf Prävention und Früherkennung“ der Krankheit erforderlich, so Vos.

EURACTIV sprach mit Pieter Beck, einem Forscher an der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission, der zum ersten Mal Fernerkundungs- und Satellitendaten nutzte, um die geografischen und fortschreitenden physischen Schäden, die durch Xylella verursacht wurden, wissenschaftlich zu kartieren.

Seiner Meinung nach kann die Nutzung von Satellitendaten auf diese Weise „helfen, das Ausmaß der von Xylella verursachten Schäden abzuschätzen“ und „die Entscheidungen für die Anpassung in den Gebieten, in denen es sich ansiedelt, zu treffen“.

Forschung wie diese kann daher eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung und Ergänzung der derzeitigen Erkennungsprogramme zur Vorhersage zukünftiger Ausbreitung und Schäden spielen.

Diese Forschung basierte auf frei verfügbaren Satelliten- und Wetterdaten, so dass die Methodik theoretisch leicht anderswo eingesetzt werden kann.

Giuseppe Stancanelli, Leiter des Pflanzengesundheitsteams der EFSA, fügte hinzu: „Was wir heute wissen, ebnet den Weg für die Priorisierung neuer Forschung und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, die uns helfen, eine der gefährlichsten Pflanzenbakterien der Welt besser zu verstehen und unter Kontrolle zu bringen.“

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[Bearbeitet von Gerardo Fortuna, Samuel Stolton und Britta Weppner]

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