Landwirtschaftliche Einnahmen: Ein kompliziertes Rechenspiel

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Ein spanischer Landwirt verkauft seine Erzeugnisse auf dem Markt. [Carlos Magariños / Flickr]

This article is part of our special report Wachstum und Effizienz – Chancen für die Landwirtschaft?.

Direktzahlungen, Fördergelder der zweiten GAP-Säule, Vorleistungen, landwirtschaftliches Einkommen – das sind nur einige der vielen Kennzahlen, die über Erfolg oder Scheitern eines Agrarbetriebs bestimmen. EURACTIV-Kooperationspartner EFEAgro berichtet.

In Spanien hielten 2015 fast eine Million Landwirtschaftsbetriebe mehr als 30 Millionen Hektar Land, so die Daten des nationalen Statistikamtes (INE). Etwa 750.000 Menschen waren aktiv im Agrarsektor beschäftigt.

Nach Frankreich ist Spanien zweit größter Empfänger von Hilfsleistungen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU von 2014 bis 2020. Diese verfügt über ein Budget von ungefähr 408 Milliarden Euro. Davon sind 300 Milliarden für Direktzahlungen vorgesehen – die sogenannte erste Säule. Etwas weniger als 100 Milliarden Euro stehen für die zweite Säule, die ländliche Entwicklung, zur Verfügung. Spaniens ländliche und landwirtschaftliche Gebiete können mit insgesamt 45 Milliarden Euro aus diesen Töpfen rechnen: 34,58 Milliarden Euro an Direktzahlungen und etwas mehr als zehn Milliarden für die ländliche Entwicklung.

Laut spanischem Garantiefonds für die Landwirtschaft (FEGA) bezog das Land 2015 5,58 Milliarden Euro aus der ersten Säule und 1,69 Milliarden aus der zweiten Säule. Die insgesamt 7,27 Milliarden Euro wurden auf 902.261 Empfänger verteilt.

Zusätzlich zu diesen Mitteln erhält Spanien noch weitere EU-Gelder zur Krisenbewältigung. So zum Beispiel als die Milchquoten abgeschafft wurden oder das russisch Embargo die Obst- und Gemüseindustrie stark beeinträchtigte. Manchmal leisten auch Madrid oder die autonomen Regionen finanzielle Unterstützung. Darunter fallen Subventionen, die die Ausgaben für neue Ausrüstung oder Versicherungskosten decken sollen.

Landwirte stehen zahlreichen Kosten in Verbindung mit ihrer Arbeit, Ausrüstung, Rohstoffen, Sicherheit, Hygiene und Gesundheit gegenüber. Dem spanischen Landwirtschaftsministerium zufolge stiegen die Vorleistungen von 2014 bis 2015 um 2,37 Prozent auf 21,49 Milliarden Euro. 915 Millionen davon gaben die Landwirte für die Pflanzengesundheit aus, mehr als zwei Milliarden für Düngemittel, 1,89 Milliarden für Energie und Schmierstoffe, 906 Millionen für Saatgut, 10,7 Milliarden für Futtermittel, 587 Millionen für den Tierarzt, 1,14 Milliarden für die Ausrüstungswartung und 516,5 Millionen für die Instandhaltung von Gebäuden. All diese Ausgaben umfassen noch keine Kosten für den Wasserverbrauch, Versicherungen, die Ausrüstung oder Modernisierungsvorhaben.

2015 lag das landwirtschaftliche Einkommen bei 24 Milliarden Euro. Angesichts der hohen Ausgaben bleibt da nur eine knappe Gewinnmarge. Die Kennziffer setzt sich laut spanischem Landwirtschaftsministerium zusammen aus den Erträgen aus landwirtschaftlichen Aktivitäten (Entschädigung für Land, Kapital und Arbeitseinsatz) sowie dem Mehrwert der Subventionen. Von dieser Summe werden dann die Vorleistungen abgezogen.

Spaniens neue Regierung traf sich vor drei Wochen erstmals mit Vertretern der Landwirtschaft. „Ziel ist es, das Wachstum [des landwirtschaftlichen Einkommens] zu konsolidieren“, erklärte dabei die spanische Landwirtschaftsministerin Isabel García Tejerina.

Der Pflanzenbeu machte im letzten Jahr 27,5 Milliarden Euro aus. Das entspricht einer Steigerung von 7,68 Prozent. Die Viehzucht erwirtschaftete 16,2 Milliarden und erreichte somit eine Zunahme von 2,49 Prozent. Insgesamt ist die Landwirtschaft für etwa 8,5 Prozent des spanischen BIPs verantwortlich und bietet direkt und indirekt 2,5 Millionen Arbeitsplätze.

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