Kommission lockert Anbauregeln für Tierfutter

EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan. [European Commission]

Mit einer Reihe neuer Maßnahmen will die EU-Kommission den von der Dürre geplagten Landwirten unter die Arme greifen. Hauptsächlich geht es um Anbauvorschriften für Tierfutter.

„Angesichts der Schwierigkeiten, mit denen sich die Landwirte in Europa aufgrund der sommerlichen Dürre konfrontiert sehen“ will man dem Sektor mehr Flexibilität bieten, in dem u.a. Ökologisierungsvorschriften ausgesetzt werden.

Die meisten Maßnahmen beziehen sich auf Lockerungen der Vorschriften für die Verwendung so genannter Zwischenfrüchte. Dabei handelt es sich um Pflanzen, die auf den Feldern zwischen dem eigentlichen Anbau als Tierfutter gepflanzt werden. Ihr Anbau unterliegt aus ökologischen Gründen in der EU Regeln. Von diesen soll nun aber abgewichen werden können.

So soll beispielsweise die Möglichkeit geschaffen werden, Winterkulturen, die normalerweise im Herbst ausgesät werden, als Zwischenfrüchte für die Futtererzeugung zu nutzen. Auch soll es erlaubt werden, Zwischenfrüchten als Reinkulturen auszusäen, statt wie derzeit vorgeschrieben, als Mischung verschiedener Kulturen.

Eine weitere Erleichterung für die Bauern hatte die Kommission bereits vor einigen Wochen angekündigt: Landwirte sollen zur Verbesserung ihrer Liquidität bis zu 70 Prozent der ihnen zustehenden Direktzahlungen und 85 Prozent der Zahlungen im Rahmen der Entwicklung des ländlichen Raums bereits Mitte Oktober 2018 erhalten können, statt bis Dezember warten zu müssen.

Auf dem Weg zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020

Können die Reformvorschläge der EU-Kommission für die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik sowohl ausreichende Einkommen für die Landwirte als auch das Erreichen der Klimaziele garantieren?

Der für Landwirtschaft zuständige EU-Kommissar, Phil Hogan, sagte, die Kommission habe sehr schnell auf die ersten Anzeichen dieser extremen klimatischen Situation reagiert. „Ich verfolge die Lage weiterhin mit großer Aufmerksamkeit. In engem Kontakt mit den Ministern der betroffenen Mitgliedstaaten prüfen wir die Wirkung der bereits ergriffenen Maßnahmen und ich denke, die heute vorgestellten zusätzlichen Maßnahmen dürften den europäischen Landwirten helfen, den Futtermangel zu lindern.“

Zudem lobte der irische Kommissar nationalstaatliche Initiativen: „Ich begrüße die jüngsten Ankündigungen mehrerer Mitgliedsstaaten, ihrem Landwirtschaftssektor unter die Arme greifen zu wollen, und werde weiterhin mit ihnen zusammenarbeiten, um zu gewährleisten, dass sie die im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik verfügbaren Möglichkeiten in vollem Umfang nutzen.“

Die heutigen Vorschläge wurden laut Angaben der Kommission den Mitgliedsstaaten in einer Ausschusssitzung vorgelegt. Sie sollen demnach in den kommenden Tagen abgestimmt und bis Ende September förmlich angenommen werden. Die Maßnahmen würden dann auch rückwirkend gelten. Die Kommission versteht die nun Vorschläge als Ergänzung zu einem Maßnahmenpaket, das sie bereits Anfang des Monats präsentierte. Auch in diesem Paket ging es im Kern um Ausnahmen bei Ökologisierungsmaßnahmen.

Weitere Informationen

Berlin und Paris sprechen sich gegen GAP-Kürzungen aus

Die Landwirtschaftsminister Frankreichs und Deutschlands haben den Vorschlag der Europäischen Kommission, den Haushalt für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2021 zu kürzen, abgelehnt.

Überraschendes EuGH-Urteil zu"Genschere-Methode" bei Pflanzen

Pflanzen, in deren DNA Teile mit einer neuen Methode gelöscht und ersetzt werden, gelten un Zukunft als genmanipuliert, so das Urteil des EuGH. Das Urteil war unerwartet.

Subscribe to our newsletters

Subscribe